19.6.08

Web 2.0 verbieten?

Ein Hotelbesitzer fand die Vision des Web 2.0 gar nicht nett. Joachim Graf will den Geist nicht in Flasche zurück lassen und verulkt den Hotelier:

Millionenfache Schlechtbewertungen in einschlägigen Tourismusbewertungsportalen befürchtete er, hineingesetzt von übelwollenden Konkurrenten, die mit Millionenetats hinterhältige Programmierer einstellen würden, um maschinengesteuert Dreck über sein kleines Hotel zu schleudern.


Joachim Graf geht durchaus zu weit, solange die deutsche Justiz an norddeutschen Landgerichten etwas anders tickt und auf Persönlichkeitsrechte Wert legt.

Warum bloggen?

Oft werde ich gefragt, warum ich ein Weblog habe. Die Antwort ist schlichtweg 'als Infokippe', für alles, das unwichtig ist. Gerade habe ich einen Ordner im Schrank wiedergefunden. Beschriftet ist er als "Tralala-Ordner". Hier wurden allerlei Kuriosa, Zeitungsausschnitte und der dergleichen gesammelt. Die Idee war, dass hier etwas von Interesse war, da es kurios, diskursbrechend oder anderweitig herausfordernd für mich war. Das Problem ist nur, dass du einen fetten Ordner im Schrank hast. Digital ist Platz kein Thema.

Kettenbriefe z.B.
Machen Sie Schluß mit ihren Geldsorgen...

Eine Broschüre für ein Mercedes-Benz Kunst- oder Bühnenprojekt "Simbiosis", LA FURA del BAUS:
durch vier Körper, geboren aus Konkons verbindet sich die Makro- mit der Mikro-Welt. Diese Körper, als Teil der Menge, verirren sich in der Traumwelt. Am Ende werden sie wieder der Makro-Welt angehören: Traumwelt und Realität in harmonischen Gleichgewicht.


Wahlwerbung für Michael Goldmann, FDP:
Die Teilnahme der 17jährigen an Reittunieren fordert den Vater als Chauffeur des Pferdeanhängers. Auch Michael Goldmann hat sportliche Ziele: Einmal Wimbledon gewinnen, das wär' was! Die Verwirklichung dieses Traums wird Michael Goldmann aber nicht so leicht fallen wie der Sieg am 1. März.
und das Familienbild:
Michael Goldmann mit seinen drei Kindern und dem Pferd der jüngsten Tochter. Alle fünf aus gutem Stall.


Oder in der Zeitung ein Interview mit "Max" von Freundeskreis, von dem Reporter als 'mitunter belehrend daherkommend' beschrieben:
Wenn Du dein ganzes Leben nur Fußball gespielt hast, dann wirst Du sagen:'wir tragen es vor, wie Bobie den Ball zum Tor' oder sowas. Weißt du, wir machen halt mehr politische Vergleiche. 'In Gefahr bleib ich klar wie Che Guevara' zum Beispiel.


Ein Flugblatt von Steffen S aus Oldenburg überschrieben mit
Ich habe nicht immer RECHT! Beweisen Sie mir das Gegenteil !
und im Text:
sind Sie [Herr Otter] der neue Diktator in Oldenburg ?? Haben Sie etwas zu befürchten?? darf ich Sie fragen ?? keine Behauptung!!


Über die Kriegsgräberfürsorge in der NordWestZeitung:
Oldenburg. Noch scheppert die blaue Büchse blechern und hohl. Christian Romkowski atmet durch bevor er den ersten Schritt Richtung Passantin unternimmt.


Ein Zeitungskommentar zum Thema "Wer redet vom Inhalt?"
Dabei stellt keiner mehr die Frage, wo denn die Medien verflachen könnten, wenn nicht in ihren Inhalten, da die Technik dabei nicht zur Debatte steht...


...und so weiter.

16.6.08

Info overload

Eine neue Organisation, die sich mit unserer Informationsüberflutung beschäftigt:

http://www.iorgforum.org/

11.6.08

Das irische Wunder

Eine Konferenz in Brüssel schaut sich das irische Wirtschaftswunder näher an.

Blogging als Gefahr?

So sehen es jedenfalls einige Personen im europäischen Parlament:

whereas weblogs are an increasingly common medium for self-expression by media professionals as well as private persons, the status of their authors and publishers, including their legal status, is neither determined nor made clear to the readers of the weblogs, causing uncertainties regarding impartiality, reliability, source protection, applicability of ethical codes and the assignment of liability in the event of lawsuits,


Solange ein gewisses Landgericht das Fallrecht setzt, dürfte das wohl grob fahrlässig angesehen werden. Wieder einmal findet man die Schwierigkeit von Menschen zu verstehen, dass sich prinzipiell jeder überall frei äußern kann und das gewöhnlicherweise auch tut. Das Internet ist nicht nur ein weiterer Mediendistributionskanal. Die positiv-gläubige Quellenkritik von Juristen ist oft faszinierend.

11.5.08

Adamczak applies for WIPO revolution

MY AGENDA FOR WIPO: MAIN ISSUES
by Dr. Alicja Adamczak

Intellectual Property today is facing a crisis of trust and is affected by multiple tensions. So is the World Intellectual Property Organization. [she links the recent WIPO corruption scandal to a general mistrust, AR]A crisis of identity, of morale, of confidence. Numerous challenges, unanswered questions, unsolved conflicts, rising doubts have led to an institutional and political crisis. [true, AR] There is no winner in such a situation. We are all on the losing side: creators, innovators, businesses, Member States, civil society and consumers. It is said that the fundamental system of protection of IPRs has spiraled out of control [!], and does not meet the concerns and needs of most of us anymore.
This is true. Therefore, it is up to us today to define a new approach for IP. An innovative and proactive option which integrates principles and values such as integrity, professionalism, respect for diversity, balance, transparency, participation, independence, creativity, openness to new alternatives and to development, etc.


I wonder if that really fits into the technocratic spirit of the institution? The insightful word of the Polish applicant is of course "control".

10.5.08

Birma böse böse

Die Militärs verteilen inzwischen zwar die Pakete internationaler Hilfsorganisationen. Doch auf den Kisten prangen jetzt die Namen führender Generäle - um das eigene Regime zu stützen.
Quelle.

Wer hätte das gedacht, dass solche "Gemeinheiten" in diesem Staat passieren? Doch wovon zeugt so eine Erkennis. Strunzdummheit deutscher Medien oder Mediengau eines Schurkenstaates?

Huch, da will das Kindchen den Tiger streicheln und der ist gar nicht brav. Böse böse.

9.5.08

Tagesschau für Regimewechsel in Birma

Da ist den Journalisten wohl etwas die Sicherung durchgebrannt. Journalisten der Tagesschau fordern die diplomatischen Gremien der Vereinten Nationen zum Regimewechsel in Birma auf. Grund: Die Militärs behindern die internationalen Rettungsmassnahmen.

Dieses Regime hat es nicht länger verdient, von den Staaten der Welt als rechtmäßige Repräsentanz des birmanischen Volkes anerkannt zu werden.


und noch einen drauf gesetzt:
Wenn die Vereinten Nationen nicht in der Lage sind, sich angesichts einer Katastrophe diesen Ausmaßes über unterschiedliche politische Positionen hinweg auf umfassende Maßnahmen zur Rettung von Menschenleben zu einigen, dann hat dieses Gremium nicht nur sein Ansehen sondern auch seine Existenzberechtigung verloren.


Der Rundumschlag trifft auch das chinesische Regime:
Und China, das Land, das den Militärmachthabern von Birma auch in dieser Situation noch politisch den Rücken stärkt, hat es nicht verdient, Austragungsort für die olympischen Spiele zu sein.

15.4.08

RFC1

Guck mal einer an: Request for comments Nr. 1

Damit ging es los mit dem Internet.

Online durchsuchen nur via Kabel


SPON
[BMJ und BMI] einigten sich darauf, dass zur Online-Durchsuchung die entsprechende Wohnung vorher nicht betreten werden darf. "Das heißt: Online-Durchsuchung nur per Kabel", sagte eine Sprecherin des Innenministeriums.

14.2.08

'PRIVATE VERFIELFÄLTIGUNGEN'

Die Kommission startet einen Konsultationsaufruf 'GERECHTER AUSGLEICH FÜR PRIVATE VERFIELFÄLTIGUNGEN'.


Da könnte man zum Beispiel antworten: "Mehr Fielfalt.

28.1.08

Seitennummerierung mit OpenOffice

Hier findet sich ein Tutorial zur Usability-Hölle von OpenOffice.org: Der Seitennummerierung.

21.1.08

Dollarschwäche

Nette Softnews-Verpackung:

RIO DE JANEIRO, Brazil - Euros? Dollars? Pounds? Gisele Bundchen says she's perfectly happy with them all, denying reports that the Brazilian supermodel is shunning the weak U.S. dollar in favor of European currency.

20.1.08

Neuer EU-Korpus für Maschinenübersetzung

Gerade gelesen:

Europäische Kommission macht computergestützte Übersetzung einfacher und leichter zugänglich
Als wichtigen Teil der Initiative „Einheit Europas in der Vielfalt“ unternimmt die Europäische Kommission einen weiteren Schritt in ihren Bemühungen zur Förderung der Mehrsprachigkeit. Die Kommission verfügt über eine Sammlung aus über einer Million Sätze und deren hochwertiger Übersetzung in 22 der 23 EU-Amtssprachen, zu denen auch die Sprachen der neuen Mitgliedstaaten gehören. Dieser weltweit größte Bestand in so vielen Sprachen wird nun frei zugänglich gemacht. Diese Art von Daten ist bei Entwicklern maschineller Übersetzungssysteme hoch begehrt, deren automatische Übersetzungsprogramme von Humanübersetzungen „lernen“, wie Wörter und Sätze im Zusammenhang richtig zu übersetzen sind. Auch bei der Entwicklung anderer Sprachsoftware könnten diese Daten hilfreich sein, z. B. für Programme zur Grammatik- und Rechtschreibprüfung, Online-Wörterbücher und mehrsprachige Textklassifizierungssysteme.

18.1.08

Trent Reznor's free music experiment

The American artist experiences a free rider effect:

http://machinist.salon.com/blog/2008/01/04/reznor/

17.1.08

European Parliament resolution on the second Internet Governance Forum

European Parliament resolution on the second Internet Governance Forum,
held in Rio de Janeiro from 12 to 15 November 2007, 14 - 01 - 2008


2. Stresses that lessons can already be learnt from the fruitful exchanges held in the context of the IGF up to now, and put in motion, notably on electronic communications regulatory aspects and data security and privacy issues; underlines the need to secure an open and independent Internet in the future, based on the initiatives and needs of the stakeholders, as well as freedom of expression;

3. Calls on the EU institutions concerned to take the Tunis agenda into consideration in their legislative work, such as the revision of the electronic telecommunications framework, the revision of i2010 and any upcoming ICT legislative proposals; emphasises the means of making the
Internet more accessible for more people, e.g. competition between operators and service providers, neutrality between technology and development of ICT;

13.1.08

Meinen wir auch

Für die Sammlung:
Die Idee, dass außer eindeutig strafrechtlich relevanten Äußerungen alles erlaubt sein und unter die Meinungsfreiheit fallen könnte, ist für Journalisten in deutscher Tradition so ungeheuerlich, dass sie niemand auch nur ansatzweise erwägt.

Okno

Heute im Okno ein Künstler, der seltsame Klang-Geräte gebastelt hat.

19.12.07

Viral Thought

Applause! That is one of the best examples of misinformation techniques I came across so far. Genius and it even makes it in the news.


Speaker: But I’m concerned about the nations like Iraq, who now have nuclear weapons –
Bush: Iran.
Speaker: Iran and Iraq both.
Bush: Not Iraq. (Laughter.)

28.11.07

Open Source policy mix?

The Council of Ministers, the Council of Europe's highest decision-making body, calls on its' members to ensure a diversity of software models by mixing Open Source, free and proprietary software.

http://ec.europa.eu/idabc/en/document/7274/469

5.10.07

deWinter: Ali braucht niederländischen Schutz

Leon de Winter, der schon in seinem Die Welt-Blog regelmässig brandstiftet, agitiert im Spiegel Online mit Märchenstunde.

"Sie schrieb einen Bestseller, sie bekam einen Job beim American Enterprise Institute. Aber in Amerika fällt sie als Niederländerin nicht unter US-Schutzgesetze und Regelungen."..."Wieviel ist ihr Leben laut Minister Hirsch Balins Haushalt wert? Wie berechnet er das?"

"...und die Sieger sind die Extremisten, die sich über unser Unvermögen, dieser mutigen Frau Ruhe und Sicherheit zu bieten, lustig machen. Es ist zu teuer, verstehen Sie? Es ist zum Heulen."


Nein, es ist zum Lachen! Was für eine Farce... die Mutter Theresa der Islamhasser muss in den USA durch niederländische Personenschützer beschützt werden, einen Schutz den man ihr dort gar nicht gewährt. Und deWinter macht einen auf Moral. Wer mit dem AEI gemeinsame Sache macht...

Update: Habe mit Brenno DeWinter gesprochen, der ganz anderer Meinung ist. Sehr gut. Seiner Ansicht nach hat der niederländische Staat versagt.

1.10.07

Scribd vs. "buzzword"

Today in the news: Adobe buys Web word processor
Financial markets like the Ajax and Web2 stuff. So which company has bought no Web 2.0 Wordprocessor yet? Adobe's new toy is known as "buzzword".


You can save a document in the BuzzWord system, export it to Word or RTF, or print it. But you can't save to HTML nor, ironically, to Adobe's own PDF format.


But the real potential lies in services such as
http://www.scribd.com/

Believe it or not, you even find the ECMA 376 specifications there

"Wir sind Weltmeisterin"

Neulich sah ich in einem Kiosk die virale Schlagzeile: "Wir sind Weltmeisterin". DIE WELT jetzt ähnlich mit "Deutschland bleibt Weltmeisterin". Nun werden die Sprachschützer über die Verhunzung der Sprache heulen statt sich drüber zu freuen, was man alles machen kann. ""Wir sind(!) Weltmeisterin".

22.9.07

Stimmer

Peter Glaser:
80 Millionen Stimmen – welchen 100 oder 200 (mehr geht nicht) soll ich zuhören?

http://www.heise.de/tr/blog/artikel/96192

Wie wär es mal die die Stimmen von denjenigen, die nicht stimmen zu spalten?

Oder Rss-Feeds nutzen. Sehr nützlich.

20.9.07

Google Kalender API

Eine kleine Meldung mit riesiger Bedeutung: Von Google gibt es jetzt auch ein API für Google Calendar. Mit seiner Unterstützung des iCal-Formates war Google schon immer sehr benutzbar.

Die Mitteilung ist insbesondere sinnvoll für Entwickler von Mash-up.

Französische Medienoffensive für Formatkonvergenz

Die Franzosen treten nun auch im Ausland in die Offensive für ihren Kompromissvorschlag bei den Office-Formaten:

Die offizielle französische Stelle für Normung AFNOR schlägt eine mögliche Konvergenz zwischen den Formaten ODF und OOXML vor. Auf eine Einführung eines Konvergenzverfahrens haben sich Experten des Normenausschusses der AFNOR Ende August geeinigt. Alle beteiligten Softwarehersteller, private Nutzer, Ämter, Behörden und Gebietskörperschaften stimmten für die Einführung einer Norm für Bürosoftware. ... Im Rahmen der Einführung eines Konvergenzverfahrens zwischen ISO/CEI 26300 und OOXML-Core, sieht AFNOR bereits zu Beginn eine gleichzeitige Revision von ISO/CEI 26300 und ISO/TS OOXML vor, um nach Ablauf des Konvergenzverfahrens eine einzige und universell gültige Normierung zu erhalten, deren Weiterentwicklung allein durch ISO und nicht wie bisher durch unterschiedlichste Interessensvertretungen festgelegt wird.


Auch Google wirft derweil seine Stimme in die Waagschale.

16.9.07

Horch, was netzt

Telefonate, die über das Internet geführt werden, können heute schon abgehört werden – genauso wie E-Mails mitgelesen werden können“, sagte Zypries WELT ONLINE.


Die armen Beamten...

Schlittschuhe und Raketenschild

Super Idee von den Franzosen. Bieten den Deutschen Mitentscheidung über ihre Atomwaffen an.

Steinmeier entgegnete Sarkozy, Deutschland strebe den Besitz von Atomwaffen nicht an, deshalb sei es auch 1975 dem Atomwaffensperrvertrag beigetreten.


Das ist so ein bischen so, wie wenn Du einem Rollstuhlfahrer Schlittschuhe mitbringst.

Update: Frage der Zeit bis man zurückschlagen könnte. Also doch mal überlegen?

15.9.07

BSI on OOXML

"While a certain number of errors is understandable in any large specification, the sheer volume of errors indicates that the specification has not been through a rigorous technical review before becoming an Ecma standard, and therefore may not be suitable for the [ISO] fast-track process."


BSI closed the doors and had an expert review of the standard. It is pretty difficult to win the case for the current specification on neutral expert ground.

Besteneinlese

„Systematische Bestenauslese bei Chancengleichheit – davon sind wir in den meisten (...) Lebensbereichen leider weit entfernt“, sagte [Bundespräsident] Köhler.

Besteneinlese wäre mal ein Anfang.

13.9.07

OOXML @ ISO -- Craig Mundie 'quite enthused'

Craig Mundie:

We were actually quite enthused with the number of countries even at this stage in the balloting process who voted to approve the standardisation at the current level [..] So given all of that, we were actually quite positive about the fact that we came within literally a couple of countries of having the thing ratified even at this point.

Huh! Yes, he's right. No. Not really. No ratification. I wonder what he means with: We were actually quite enthused...

There are a lot of people who have raised a great many issues which we don't think have a lot of practical merit,... Many of the comments that were submitted had common threads and were put together by people who oppose this activity.


Nur zur Information: http://www.jtc1sc34.org/repository/0904.zip

And reg.ISO strategy:
We literally only need to get a handful of those to convert in order to get ratification.


Quelle APCMAG

12.9.07

Open XML und Verwirrsinn generischer Begriffe...

Open XML interface and published webservices allow you to design your own user interface.

Hier: http://www.webvoipdir.com/forums/software/566-solegy-quality-web-ani-callback-platform.html

Mondrian 2.4

Computerwoche mit Neuigkeiten zum Thema Pantaho und ihren OLAP-Lösungen. Es gibt eine neue version von Mondrian.

11.9.07

Die Handschrift des Gremienkämpfers

Muguet schreibt mir von einer neu gegründeten Gruppe im IGF Prozess. "WSIS Civil Society Working Group on Information Networks Governance", die den Eindruck erweckt irgendwas offizielles zu sein und genauso hochtrabend daherkommt:

"Within the overall framework of the implementation of the recommendations of the World Summit on the Information Society, it appears that political and ethical standards demand the formation of a Civil Society working group. The "Civil Society" must be clarified as a group of people sharing such core values as openness, transparency, public interest, diversity, inclusion and a sincere concern for sustainable development, in bridging the digital divide. "Civil Society" shall not be defined “subtractively” as a group of people who neither belong to the government nor business sectors. In this view, "Civil Society" must be differentiated from the "Internet Community", which is increasingly dominated by the technico-industrial complex that manages critical internet resources."


Halten wir fest:
- eine Gruppe wird gegründet, die so tut als ob sie wichtig wäre
- Gründungsanlass sind "ethische Standards"
- der Begriff der Zivilgesellschaft wird restriktiv redefiniert.
- linke Vorurteile gegen Internetnutzer, die zunehmed(!) vom "technisch-industriellen Komplex" dominiert seien.

Dekodierung:
- "zunehmend" - Verschärfungsjargon ohne jede empirische Evidenz
- "techno-industrial complex" - irgendwas, was uns nicht gefällt und was mit Technik zu tun hat, Drohkulisse zum Schattenfechten.
- Digitale Spaltung - UN-Behauptung einer Verschärfung der Kluft zwischen x und y durch technischen Fortschritt

Hilfreiche Überwachung

Eric Schmitt, NYT:
Mr. McConnell’s disclosure to the Senate Homeland Security and Governmental Affairs Committee was the first public confirmation that the American authorities cooperated closely with the German authorities, sharing intercepts of e-mail messages and telephone calls between Germany and both Pakistan and Turkey, which tipped off the German authorities to the plot last fall.


Fragt sich ob es dann überhaupt gerichtsverwertbar ist und wieso es deutsche Behörden dulden, dass mit ihrem Wissen Telefonate aus Deutschland überwacht werden.

10.9.07

OOXML im Radio

Interview mit Peter Welchering im Deutschlandfunk.

Open XML ISO comments

ISO has published all the submitted comments to the DIS 29500. It seems that there are more than the previous set of comments that Alberto distributed.

You can get them here: http://www.jtc1sc34.org/repository/0904.zip (the voting result is in the PDF included)

7.9.07

Allison Crowe and Social Web Media

Canada Blognation:

One of my favourite singers is Allison Crowe, her voice is amazing and ethereal. Her piano skill … is just breath-taking. After hearing her in concert, I introduced her to the folks at Pandora and they must have liked her, but I think they added most of her collection at the time. In the meantime, she’s started a podcast and has a lot (maybe all) of her songs available on her site. Listen to them, you won’t be disappointed.


Allison Crowe is an extraordinary talent. Schnulz trifft Kunst! Art@music is when you sustain listening to Kitsch. She gets everything right. Great Artist. Also in the Web 2.0 (blame Tim O'Reilly who coined that phrase). Canada blognation makes some very good points. Crowe became a sample how internet social networks promote quality. Her website offers video and audio streams, lyrics, even sheets, she runs her own podcast, I am amazed.

http://www.allisoncrowe.com/

http://www.allisoncrowe.com/119AllisonCroweInLoveInVain.mp3
http://www.allisoncrowe.com/WhetherImWrong128kbps.wmv
http://www.allisoncrowe.com/Secrets.html

The Web ensures that people get what they really want: German Kids and Naked News and Allison Crowe. I wonder why public television broadcast content is not legally provided by our public broadcasters. The web harvests it anyway. After all its paid and decays in the archives.

6.9.07

Miro

Der bekannte Democracy-Player heißt neuerdings Miro. Ich habe keine Ahnung, ob die sich auf einen besseren Namen besonnen haben oder ob das nur ein Fork ist. Der Name klingt jedenfalls besser! Bei der Software handelt es sich um eine Art Mischung von RSS-Feeds für Videos und Google Video. Also vergleichbar mit dem, was bei iTunes in Sachen Podcasting möglich gemacht wird. Leider ist die derzeitige Version nur halbherzig in die deutsche Sprache übersetzt und auch beim Theming besteht Verbesserungsbedarf.

Technology Review und die Kernfusion

Kernfusion bei TR:

Weil Tritium zudem hochradioaktiv ist, ergibt sich ein weiteres großes Containment-Problem. Die Reaktorstrukturen schwächen sich dadurch schnell ab und müssen bald ersetzt werden. Welche Materialien man für ein solches Kernfusionskraftwerk also auch einsetzt – sie müssten enorm stabil sein. Und selbst wenn dieses Ziel erreicht ist, hat man es nach dem Ende der Betriebsdauer mit enorm viel Atommüll zu tun. Helium-3-Befürworter führen deshalb an, dass der Stoff nicht radioaktiv ist und all diese Probleme so umgeht. Ernsthafte Kritiker argumentieren allerdings, dass eine solche Kernfusion gar nicht möglich ist.


Ach übrigens, der Artikel lautet: Energie vom Mond.

30.8.07

OOXML unglaublich

Dieser Standardisierungsprozess verschlägt mir die Sprache. Ich stehe mit vielen Leuten von allen Ecken der Welt im Kontakt, und was wir uns einander berichten, ist einfach unglaublich. Nur die Spitze des Eisbergs ist im Moment in den Medien. Ich bin schockiert und habe wie die meisten leider viel zu wenig Zeit, um das genau zu verbreiten.

Lektüre zum Einstieg: Computer World

23.8.07

Weir: next time why not try engineering?

Rob Weir, IBM's master Open XML bug hunter writes:

"Dear boy, next time why not try acting?" I'm reminded of this line as well when I witness Microsoft's machinations in JTC1, as they attempt to get OOXML approved. They are mounting an enormous offensive and expending great sums of money to convince ISO members that this specification is an acceptable ISO standard. Someone needs to ask, "Dear boy, next time why not try engineering?" Instead trying to force this ill considered mess through ISO (causing a great deal of collateral damage in the process), why not take your great base of engineering talent and produce a standard that is not loaded with thousands of errors?


Avi says:
I was a member of the technical group that have studied OOXML specification extensively. I learned that it is unbelievable how ECMA (same guys that put together the JavaScript standard!) can think that a wannabe spec like OOXML is ready for submission. It is incomplete (does not provide mappings with legacy standards, since compatibility is OOXML goal), too long (6000+ pages), fully tied to a single product, uses deprecated substandards, promotes bad practices (embedded binary objects), has clear proprietary hooks (like “formatAsWord95″ XML tags), reinvents the wheel all around (date and color formats etc), and most of all does not have a standards-grade look and feel required for a universal and (virtually) eternal document format (doesn’t have to be perfect, but can’t be that imperfect). Shame on you, ECMA. Your position as a trusted standards organization was severely damaged.


First I was unbiased. Then I read the specification.
In my opinion, the YES-voting countries are not reading the OOXML specification, are making a pure political decision or simply don’t have a standardization process.

Hmm.

Deutscher Städte- und Gemeindebund zu Dokumentenformaten

http://www.dstgb.de/index_inhalt/homepage/index.phtml

Studie zu Dokumentenformaten belegt: Parallele Standards fördern Wettbewerb und Innovation


Wozu denn eigentlich überhaupt Standards, wenn ihre Parallelisierung so vorteilhaft ist? Autor der Auftragsstudie ist Prof. K. Blind, Berlin.

20.8.07

Neues V-Modell

Eine Newsletter wie man sie haben will. Schön knapp.
Newsletter-Service der Koordinierungs- und Beratungsstelle der Bundesregierung für Informationstechnik in der Bundesverwaltung (KBSt) http://www.kbst.bund.de

Neues aus der Rubrik KBSt allgemein

Neues V-Modell XT Release 1.2.1 online

Das neue V-Modell XT Release 1.2.1 ist jetzt online und kann hier heruntergeladen werden.

Die vollständige Meldung finden Sie hier
...v__modell__xt__neue__version__online.html

Verrückt: China OOXML

Chinesische Umfrage wird gezackt. Leider hat mein Chinesisch sehr viel Raum für Verbesserung. Gibt es den Babelfish für Chinesisch?

Karl Fogel on FAQs

A bad Frequently Asked Questions (FAQ) sheet is one that is composed not of the questions people actually asked, but of the questions the FAQ's author wished people had asked. Perhaps you've seen the type before:
Q: How can I use Glorbosoft XYZ to maximize team productivity?
A: Many of our customers want to know how they can maximize productivity
through our patented office groupware innovations. The answer is simple: first,
click on the “File” menu, scroll down to “Increase Productivity”,
then…
The problem with such FAQs is that they are not, in a literal sense, FAQs at all. No one ever
called the tech support line and asked, “How can we maximize productivity?”. Rather, people
asked highly specific questions, like, “How can we change the calendaring system to send re-
minders two days in advance instead of one?” and so on. But it's a lot easier to make up ima-
ginary Frequently Asked Questions than it is to discover the real ones.


Das Wohlfühlbashing am Anfang für alle Vorwortleser. Sehr gut.

Docx backwards compatibility

http://www.docx2doc.com/Faq.aspx
"Docx is the new default file format in Word 2007. It is not backwards compatible with Office 2003, Office 2000 nor Office 97"


Es gibt aber Konverter (oder den Dienst dieser Firma).

18.8.07

Ecclectic humour

Format war humour. And Erik sents weird propaganda ("It's hard to believe these patent reform pamphlets are for real"):
suicide, offclick, deadduck, nosecrets, eurotrap, helspys, titanic, torpedo

16.8.07

Milch sind ihre Zähne II

Ein fröhliches Lächeln, strahlend blaue Auge, glänzendes Haar - so kennen wir Yvonne Catterfeld aus dem Fernsehen. Für ihre neueste Rolle stand die Schauspielerin und Sängerin nun mit einem Bart vor der Kamera: einem Milchbart. Denn die 27-Jährige ist die neue Milch-Botschafterin der Europäischen Union und der CMA Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH und bekennt: "Milch ist meine Stärke."


Oh je. Wer hat den Text denn verbrochen und über ots rausgehauen? Scholz & Friends?

Hintergrund: die Milch-Kampagne der CMA und EU - Die Europäische Union unterstützt gezielt Maßnahmen, die das Ansehen und den Absatz europäischer Agrarprodukte steigern. "Milch ist meine Stärke" ist die bisher größte bewilligte Gemeinschaftskampagne der CMA und der EU für Milch, die von der Europäischen Union kofinanziert wird.


Man übrigens beachte, dass das Europäische Parlament zu Agrarbudget nichts zu sagen hat. Kann EU-Kommissarin Mariann Fischer Boel Aufklärung leisten, ob Frau Catterfeld wirklich Milchbotschafterin der Europäischen Union ist?

Milch sind ihre Zähne

Gegen meine Gewohnheit habe ich mir die Ausgabe 33 des Spiegel gekauft mit dem Sommerlochthema "Preussens Gloria". Überrascht blicke ich im Leserbriefteil auf Seite 12 auf eine ganzseitige Anzeige der CMA ("Bestes vom Bauern"), gefördert mit den Mitteln der Europäischen Union. "Milch ist meine Stärke". Eine Yvonne Catterfeld, die Dame mit dem Riesenglas Milch daneben, erklärt mir:
"Wer viel unterwegs ist, braucht auch mal ne' Auszeit. Und zu meiner gehört ein Glas Milch dazu. Da kann ich entspannen und mit pflegenden Milchproteinen und Calcium gleichzeitig was für meine Haut, Haare und Nägel tun."


Die Kampagne Milch ist meine Staerke weckt verschüttete Erinnerungen. Schon in der Schule waren wir der Interessenvertretung der Milchproduzenten ausgesetzt, die in der Tradition der Schulspeisung Schulen als Kanal zur Milchwerbung okkupiert hatten. Brauche kleine Kinder wirklich Milch? Ist das Nährmittel Milch mit dem Gute 7 Gesundheitsmumpitz nicht längst überholt? Sorgt zu viel Milch nicht für gesundheitliche Probleme bei Kindern?

Ich frage mich, warum sich öffentliche Institutionen wie die Europäische Union in die Konsumentscheidungen der Bürger einmischen. Ist es wirklich die Aufgabe des Staates "awareness" für Milch zu generieren? Das ist deshalb eine sehr wichtige Frage, weil in einer liberalen Ordnung der Staat sich hier nicht einzumischen hätte. In vielen Papieren der EU oder UN hinterlassen Interessengruppen eine eindeutige Spur. Typisch ist ein missionarischer Eifer für die eigenen Partikularinteressen. Das Defizit an öffentlicher Unterstützung will man durch "Bewusstsein schaffende" Maßnahmen kompensieren, die ausgerechnet vom Staat gefördert und gezahlt werden sollen. An die Stelle von Maßnahmen und Aktivitäten tritt eine Beeinflussung der öffentlichen Meinungsbildung mit öffentlichen Geldern.

Ob es dabei um Milch geht, die angeblichen Gefahren des Internets, die Wichtigkeit des Patentschutzes für KMU, die Notwendigkeit des europäischen Einigugnsprozesses oder andere hehre Ziele geht, die Beratungsindustrie ist zur Stelle. Nicht mehr lobbyieren Interessenvertretungen den Staat, organisieren und artikulieren Bürger ihre Interessen, sondern der Staat schafft selbst Initativen, die den Bürger oder sogar Entscheidungsträger bearbeiten.

Bedenklich, und da sind wir wieder bei der Milch von Frau Catterfeld, ist es vor allem, dass immer wieder darüber in fachfremden Foren gesprochen wird, was in Schulen oder Universitäten gelehrt werden sollte. So als gäbe es keine Freiheit der Lehre im Grundgesetz und wäre Schulpolitik überhaupt Sache der EU oder UN. Ich glaube nicht an die Heilkraft der Milch.
CMA:

Das natürlich enthaltene Calcium der Milch wird von unserem Körper besonders gut aufgenommen. Dafür sorgt der enthaltene Milchzucker oder in Sauermilchprodukten die Milchsäure."


Warum kommt es aber zu diesen Mechanismen? Vielleicht liegt es daran, dass Interessenvertreter häufig eine Affinität zur Volksaufklärung haben. Der Neue Mensch soll die Segnungen des Milchtrinkens verstehen und mit "Milchproteinen und Calcium" sich seine Haare pflegen. Ihnen geht ein liberales Staatsverständnis vollkommen ab. Werbeaktivitäten sind relativ überschaubar und einfach in der Umsetzung. Einfach in dem Sinne, dass jeder meint hier mitmachen zu können. Werbung kann man für alle Glaubenssätze betreiben. Und der Staat muss nichts tun, als den Glauben an die Öffentlichkeit zu tragen. Die Mitwirkung an der Meinungsbildung der Volkes.

In meiner Stadt beispielsweise gibt es eine EU-Kampagne um für Perspektiven Älterer Menschen auf dem Arbeitsmarkt Werbung zu machen. Das ist sinnfrei und ausgesprochen verletzend angesichts einer lokalen Situation, in der unsere Bürger über 50 real kaum Chance haben, und die Jüngeren ohnehin wegziehen. Sie dazu ermuntern sich dem Arbeitsmarkt zu Verfügung zu stellen, ist ziemlich zynisch. Vor allem ist es aber ein Placebo für echte Aktivitäten ist, beispielsweise infrastruktureller Art, um die Bedingungen für Ältere zu verbessern. Indoktrination ist schlichtweg billiger als Aktivität.

Frau Catterfeld ist "Sängerin und Schauspielerin". Ich kenne sie nicht und ihr Anlitz macht mich aggressiv. Offenkundig wird sie aber als ein Vorbild für einige Mitbürger gesehen, genauso wie die anderen Milchbotschafter: "Zahlreiche Prominente, wie z. B. Sarah Connor, Barbara Schöneberger, Kai Pflaume, Moritz Bleibtreu und Sky du Mont, unterstützten bisher die Kampagne." Was wohl die Mitarbeiter der Werbeagentur zu diese konventionell gestrickten Kampagne meinen?
GWA:
Die Botschaft „Milch ist meine Stärke“ steht im Zentrum der Imagekampagne, die seit Juni letzten Jahres von Scholz & Friends umgesetzt wird. Prominente Persönlichkeiten outen sich als leidenschaftliche Milchtrinker.

Prima Konzept!

Kommunikationsbranche aktuell:
"Mit der auf drei Jahre ausgerichteten Kampagne wird mit prominenten Milch-Botschaftern auf die vielen positiven Eigenschaften der Milch und ihre Bedeutung im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung aufmerksam gemacht."


Das aber habe ich schon in der Schule gelernt: Ich glaube Euch nix.

Die orchestrierte Kampagne wird durch ein PR-Konzept von Scholz & Friends Brand Affairs und den Internetauftritt www.milch-ist-meine-staerke.de von Scholz & Friends Interactive abgerundet.


Wie wäre es damit, der CMA einfach mal den Geldhahn zuzudrehen? Warum soll die Öffentlichkeit für die Absatzwerbung der Milchindustrie zahlen?

15.8.07

Tötungsarten

"Füsilieren", dazu der passende Text beim Studienkreis.org Deutsch:
Auf dem Reisemarkt tobe "ein Partisanenkrieg", Verdrängungswettbewerb dulde keine Ethik: "Es heißt fusionieren und füsilieren."


Toll: "fusionieren und füsilieren".

14.8.07

Dr. Krogmann(CDU) zum Antrag für Offene Dokumentformate

Sehr schön erkannt, nur ein Zitat, die Rede ist lesenswert:
Anschaulichster Beweis für die Überlegenheit offener Dokumentenstandards ist das Internet. Ob HTML-Seiten oder komplexere XML-basierte Formate - jeder kann weltweit und ohne Beschränkung auf ein bestimmtes Betriebssystems oder eine bestimmte Anwendungs-software auf diese Dokumente zugreifen und anhand der öffentlich zugänglichen Dokumentation auch selbst welche erstellen. Diese Offenheit und Transparenz spielten beim Siegeszug des Internets eine zentrale Rolle. Darüber hinaus kann jeder neue Applikationen programmieren, die diese Dateiformate lesen und schreiben selbstverständlich ohne Lizenzgebühren an irgendwelche Patentinhaber zahlen zu müssen. Davon profitieren natürlich in erster Linie die kleinen und mittelständischen Softwareentwickler.


Frau Dr. Krogmann ist eine Expertin der CDU für ICT-Politik im Bundestag. Bei der letzten Wahl stand sie ganz oben auf der Liste für Niedersachsen. Sie erklärt am 5.7. den Antrag der Koalition im Plenum des Deutschen Bundestages. Leider hat ihre Fraktion den Inhalt des Antrages verwässert, indem die Definition Offener Standards indirekt unter RAND-Lizenz umdefiniert wurde. Dann aber wurde das umgeschrieben:
Die Nutzungsbedingungen sollen dabei den Vorgaben der international anerkannten und dafür zuständigen Standardisierungsorganisationen genügen,

Das wurde weit und breit kritisiert. Von RAND durch die Hintertür wurde gesprochen. Mit der Rede ist nun aber klar, dass damit auch von der Union nur die Nutzungsbedingungen eines Internationalen Standards und nicht etwa eine Patentlizenzierung bzgl. des Standards gemeint war. Frau Dr. Krogmann exemplifiziert die Offenen Standards ausdrücklich durch die W3C-Politik und spricht die Patentproblematik für KMU an. Die Befürchtung einer verdeckten Umdefinition des Begriffs Offener Standard hat sich damit nicht bewahrheitet. Deshalb ist es sehr wichtig Beschluss und Rede gemeinsam zu betrachten. Freilich hätte Konfusion durch bessere Formulierung des Antrags verhindert werden können, indem sich der Bundestag explizit auf die EU-Definition berufen hätte (vgl. FDP-Beitrag). Sehr richtig erkannt ist auch, dass Offene Standards und Open Source nichts direkt miteinander zu tun haben. Das stellt Frau Dr. Krogmann ganz solide klar. Ein bisschen wurde aber geschummelt. Die Rede wurde nämlich nur zu Protokoll gegeben, und virtuell in den Morgenstunden gehalten.

Die Rede der anderen Fraktionen sind auch online und drängen auf klarere Positionierungen. Grundsätzlich herrscht aber Einigkeit über die entscheidende Bedeutung Offener Standards im Rahmen der Ordnungspolitik unseres Landes.

Rob Weir slides ODF and OOXML

12.8.07

Google ships StarOffice

Google adds SUN's StarOffice for download with its popular Google Pack software package that also includes applications as Google Earth, Picasa and Google Desktop Search.

I found an announcement from 2005.

Painting Chevrolets

Sam Hiser wrote:
Getting Microsoft software licenses OSI-approved and similarly getting Microsoft's proprietary document formats approved at ISO are like painting an old Chevrolet. But that's all they think they need in the enterprise...


What's wrong about reuse? VML is part of the specification but not specified? No problem, VML would be part of the standard. In 1998 it got rejected by W3C. Time to get it ISO stamped.

Some persons actually like mature cars. Most user won't mind Office Open XML's ugly design. But now its the time for technical objections of ISO members. A standardization process is about filing objections and sorting things out. There is no such thing as a support campaign for a standard proposal or a campaign to ignore comments. It was only invented recently.

Microsoft's open source licenses look good and fresh.

breakaway

IBM's Bob Sutor accused CompTIA of false flag operations:
"IBM is not now a member of CompTIA. We used to be a member, but we quit some time ago. We did not participate in any CompTIA meeting where we voiced our support for OOXML. I don’t know why any representative of CompTIA would stand up and misrepresent our membership and our position on this issue."


While IBM is not a member of the group it sponsors their annual Brussels conference 2007: Breakaway Europe, Wednesday, October 24, 2007 - Friday, October 26, 2007. 10,000 Eur.

What Lee wrote in his original Australia notes:
CompTIA was represented by Danaka Bakailch and were pro OOXML mentioned they have 25000 corporate members and gave the impression that she was speaking on behalf of the member companies. Kaaren from IBM asked how this position was arrived at as IBM is a member and does not agree with that position(Sun is also a member), I don't believe CompTIA adequately explained how they arrived at this position. Claimed it was feedback from members but this was disputed.


So who is right? Bob or Karen? Both seem to agree with me that CompTIA is not.

11.8.07

Presse-Trennungsarbeit

In der Faz lesen wir:
Das Bundeswirtschaftsministerium von Michael Glos (CSU) ist wegen eines Fehlers seiner Werbeagentur in die Kritik geraten. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ warf der Agentur vor, das Schalten einer bezahlten Anzeige angeboten zu haben, wenn eine PR-Veranstaltung des Ministeriums mitgestaltet und darüber berichtet wird.

Wo ist denn der Fehler? Es klingt alles so arg kompliziert. Irgendwas hat der Herr Glos falsch gemacht?

Die Auflösung ist ganz einfach: in der deutschen Presse gibt es das Ideal einer Trennung von redaktioneller Arbeit und Anzeigenpolitik. Angeblich hält man sich auch daran. Hier wurde das üblicherweise miteinander vermischt. Der Auftraggeber der Agentur ist der Wirtschaftsminister. Deshalb zeigt man nicht auf die Agentur, sondern auf den Minister. Alle üben sich in Schadensbegrenzung und andere in Schadenfreude:
Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Wend, sprach von einem „unglaublichen Vorgang“ und forderte, den Vorgang im Wirtschaftsausschuss zu erörtern

5.8.07

Mansfield Blog

In den Nachrichten gibt es immer diese Berichte über obskure Videos der Islamterroristen. CNN beruft sich zum Beispiel auf "Laura Mansfield" Blog als Quelle. Wobei angemerkt sei, dass Mr. Mansfield das Alias eines preussischen Prinzen im Londoner Exil war. Erhellend finde ich die Bemerkungen zum Online-Phänomen der Terrorrekrutierung durch Online-Videos und dergleichen:

Quite often these forays into the jihadist world online began innocently enough, often initiated out of boredom or curiosity. But the world of cyber jihad can be just as seductive to many as the world of cyber romance, and the consequences can be deadly.


Und entsprechend:
It is critical that western governments come up with a clear and concise plan for dealing with the cyber jihad. In some ways, the cyber jihad world is even more dangerous than the terror training camps in Afghanistan, because they can reach people in the privacy of their own homes, and the entire cycle encompassing recruitment, indoctrination, training, and attack planning can be carried out online.


Kleine Lektüreempfehlung: Elias Canetti schreibt in Massen und Macht über die Psychologie des Assassinen.

15.7.07

noOOXML.org

noOOXML.org hat unglaublichen Zuspruch, was mich dann doch dazu motiviert hat, mich darum zu kümmern. Das wirklich Lustige ist, dass z.B. Benjamin in einer recht heissen Phase nach Italien in den Urlaub fährt, und die Community macht alles von alleine. Bis vor einem Monat habe ich gedacht, die übertreiben alle. Nein, der 'Standard' ist wirklich so schlecht wie Rob Weir von IBM schreibt. Wir haben eine ganz gute Symbiose: Wir als Experten zielgerichteter operationaler Online-Kampagnen, IBM und die Industrie mit der technischen Expertise. Läßt sich die ISO-Standardisierung verhindern? Ist mir ganz unwichtig. Ich denke es wird beides möglich sein, und es ist bequem diesmal nicht gewinnen zu müssen. Als ich vor ein paar Monaten Jans Aktivitäten in der Sache insgesamt in Frage gestellt habe, hat er die Kettensäge herausgeholt. Nun zeigt der Beitrag der Community, dass es sich gelohnt hat, und er Recht hatte. Man stelle sich vor: Übersetzungen in Chinesisch und anderen seltsamen Sprachen. Da hätte ich gar nicht gedacht, dass mein Browser das einfach so darstellen kann.

9.7.07

Wie bitte?

Ich verstehe nichts:

Wenn man ein physikalisches System hat, wie zum Beispiel einen Zug oder ein Auto, und man fährt das Auto mit 20 Stundenkilometern gegen die Wand und man fährt mit 50 Stundenkilometern gegen die Wand, sollte man meinen, dass bei 50 Stundenkilometern mehr kaputt ist als bei 20 Stundenkilometern. Man sollte auch meinen, dass wenn der Airbag bei 20 ausgelöst hat, dann würde auch bei 50 auslösen. Oder wenn er, sagen wir mal bei 70 ausgelöst hat und bei 20, dann würde er bei allen Geschwindigkeiten dazwischen auch auslösen. Aber das kann eventuell nicht der Fall sein, weil diese Rechner, die rechnen ja nur mit Nullen und Einsen. Es ist nicht stetig. Er kann es sein, dass für bestimmte Geschwindigkeiten, weil irgend ein Sensor falsch programmiert ist, der Airbag nicht explodiert. Und das gilt genauso für den Zug. Und das ist einfach ein Fehler im Programm.


Ich finde es gut. Jetzt wissen wir auch, warum der Zug nicht explodiert ist.

7.7.07

Musikanalyse

Habe mir gerade mal Moodbar für Amarok installiert. Sehr erhellend ist das folgende Paper von 2005 (pdf) zum Thema Musikanalyse.

30.6.07

Amarok Probleme mit mp3 Unterstützung?

Nach dem automatischen Update von Amarok unter Kubuntu Feisty (ein nicht unterstützter Backport) auf die Version 1.4.6 gab es Probleme mit der mp3 Unterstützung, die vorher nicht bestanden. Jetzt ging nichts mehr plötzlich, weder mp3 noch oggs. Nach einigen Versuchen fand sich folgende Lösung: einfach den .xine Ordner im home Verzeichnis löschen.

Schöne Erinnerungen

Herr Fleischhauer, der Leiter von der Bahn Kundenbindung schickt mir Bahncard-Spam:
bahn.bonus ist vielleicht die aufregendste, sicher aber die erlebnisreichste Form des Punktesammelns. Denn hinter den meisten der gesammelten bahn.bonus-Punkte stecken tolle Reiseanlässe und damit viele schöne Erinnerungen,


...wenn der wüßte.

29.6.07

peer review

Rob Cameron hat im IBM Inventor's Forum angekündigt, dass er mit Studenten ein Peer-Petent-Review Projekt machen will. Das richtet sich an graduates. Ich bin gespannt, welche Erfahrungen da gemacht werden.

28.6.07

Mozilla Sunbird 0.5

Habe gerade erfahren, dass Mozilla Sunbird 0.5 rausgekommen ist. Die Vorgängerversion war meines Wissens 0.2 und erschien vor einer halben Ewigkeit. Es handelt sich um den Kalender, der aus dem Netscape Browser hervorgegangen ist.

26.6.07

OOXML Petition Internetfolklore

Bei der NoOOXML-Onlinepetition an die ISO mit mittlerweile 9800 Unterzeichnern gab es folgende lustige Kommentare:

# Andreas Martin G., Austria, 5 minutes ago
Comments: Industrials can only say NO to this!
...
# Kai G., Germany, 12 minutes ago
Comments: Die GRÜNEN sind selbstverständlich dagegen!
# Wolf B., Germany, 14 minutes ago
Comments: Selbst die CDU ist dagegen!
...
# Ute K., Germany, 15 minutes ago
Comments: Die SPD ist dagegen!
# David B., United States, 17 minutes ago
Comments: Boycott the evil empire.
# Ulla J., Germany, 17 minutes ago
Comments: Die LINKE ist ebenfalls dagegen!
...
# Jens A., Germany, 18 minutes ago
Comments: Die FDP ist dagegen!


Ich halte es eher mit:
# Jochen S., Austria, 18 minutes ago
Comments: has anyone tried to read the specification of OpenXML? Read it and it will never become a ISO standard!


Ja, ich habe es heute getan. Übrigens haben politische Parteien in der Regel bei einem Standardisierungsgremium wie der ISO überhaupt nichts zu sagen.

20.6.07

Standardbriefe und -behörden

Je bekannter man ist, desto größer die Gefahr sich ganz gewaltig zu blamieren. Und quod licet bovi non licet iovi:

Mehrere Personen haben den folgenden Standardbrief an die ANSI übermittelt:

Dear Lisa Rajchel,

We are writing to voice our strong support for the approval of Ecma’s Office Open XML File Formats as an ISO/IEC International Standard. We strongly urge the American National Standards Institute to communicate its support for the ISO/IEC ratification of this standard to the JTC1 Secretariat. Open XML represents an important advance in document standards that offers benefits to technology users, the technology industry, consumers, businesses and governments worldwide. The standard received a strong endorsement when it was approved by Ecma in December 2006 and submitted to JTC1 for fast-track approval.

Open XML will enable backward compatibility with billions of archived documents, and the extensive standard accommodates a wide range of languages and cultures, as well as assistive technologies that help people with disabilities. Governments and businesses will both benefit from the standard itself, as well as from the range of new products that implement the standard. Furthermore, Open XML in no way contradicts any other international document standard.


Das Schlimme ist, dass der Brief nicht einmal gut ist. Mit Standardbehörden kommuniziert man anders. Man hat es nicht mit Idioten zu tun, denen man das ABC erklären muss.

Regel des Tages: Nur weil wir an eine Standardbehörde schreiben, nehmen wir keinen Standardbrief.


Benjamin hat unseren alten Fasttrackbrief übermittelt, der weitgehend von Alberto geschrieben war, während ich ich in Brüssel versucht habe Ordnung und Struktur in dem Text zu schaffen und sein Spanisch-English zu korrigieren, insbesondere was Wortstellung anging. Gelungene Kooperation angesichts des damaligen Zeitdrucks.

Open Sky

Gestern gab es wilde Aktivitäten in Richtung Standardoffenheit im Bundestag. Die Telefone der Büros glühten. Ivan brachte die Faxmaschine in Stellung. Johannes machte sich Sorgen ums Logo und brachte eine breite Koalition ein.

Die CDU war drauf und dran mit der SPD eine Definition von "offen" auf der Basis von RAND einzubringen! Das hätte das Europäisches Interoperabilitätsrahmenprogramm kontakariert. Wir kennen das bekannte Szenario. RAND-Open vs Open. Drei Fraktionen hatten heute weitgehend identische Änderungsanträge eingebracht. Die SPD war schon vorher aufmerksam geworden, die Union hatte aber auf der Formulierung zunächst bestanden. Jetzt wird die Definition vermutlich ganz gestrichen. Gut. Der Einsatz hat sich gelohnt.

Heute ist mir aufgefallen, dass auch noooxml langsam an Fahrt gewinnt, hauptsächlich durch die Blogosphäre und weil Benjamin endlich die fehlenden Teile ergänzt hat. Ich bin eher ein Skeptiker hinsichtlich dieser ISO-Standardisierungskritik.

Es ist ein wahrer Standardisierungskrieg losgebrochen, wobei das noch das wirklich Unwichtigste ist. Eine Industriekoalition von IBM und einige andere Parteien kämpfen mit allen Mitteln, es fliegen die Fetzen.

14.6.07

Rome Reborn 1.0

Man stelle sich vor, man bastelt 10 Jahre daran mit der Technologie von vor 10 Jahren um das gute Alte Rom am Computer wiedererstehen zu lassen. Und dann stellt man ruckelige Videos online. Und die Frage ist natürlich, was soll man damit. Vor 10 Jahren wären wir aus dem Häuschen gewesen. Ich vermute ja, irgendwann gibt es ein abgedroschenes 3D-Actionadventure Ave Caesar, für das einige Leute nochmal as antike Rom auf einer Game-Engine rekonstruieren. Da ruckelt es dann nicht und die alten Römer metzeln sich ihren Weg durch die Strassen. Wobei anzumerken sei, dass die dann wohl noch einmal von vorne rekonstruieren müssen. Also, wenn rezyklieren, dann schnell. Vielleicht sponsort ja einer eine Art Antik-Rom Second Life...

11.6.07

Nicht klagen

Seltsamer Artikel von IAM: es geht um die bisher unbelegten angeblichen Patentverletzungen von Microsoftpatenten. Warum droht keine Klagewelle? Die Antwort von IAM:

While Microsoft would have most to lose from any unsuccessful legal action it pursues, all software patent-owning companies – and, we reiterate, there are a number of very big ones that also use and advocate open source – would be losers the day the Supreme Court issues a decision which finds what they own to be unpatentable.


Ein Argument, das ein bißchen wie "Selbstmord aus Angst vor dem Tode" klingt.

Democracy Player

Nach einigen Versuchen hat sich der Democracy Player für Vodcasts als sehr geeignet erwiesen. Ansonsten sieht es softwareässig sehr mau aus.

Schmidt gegen Kähler

Ein Alptraum. Alexander Kähler interviewed Helmut Schmidt und der haut ihm alle Softballs um die Ohren. Schmidt in Höchstform watscht nicht nur den bayrischen Medienmann mit einer beeindruckend ehrlichen Aroganz ab, sondern lässt die herrschende Mannschaft alt aussehen. Gibt es auch als Vodcast. Downladen und einrahmen.

lavoro nero in Parlamento

Miernik schrieb:

I spotted an article in Polish webnews site: link, link

And also some links in other languages: Repubblica, Repubblica2

...
Sorry, couldn't find any english article about this, but here is a short
translation:

It says that it was discovered that out of 683 assistants working for
Italian MEPs, only 54 had work contracts, and others where working
without contracts.

And the parliament secretariat set a deadline on 13 May for MEPs to sing contracts with their assistants, but only about 250 have done so. So others where banned from 13 May from entering the Parliament, and had their blue cards invalidated, but the article says that the remailing assistants are still entering the parliament, as "guests". The EP administration is thinking about introducing some penalties for this.

Schwarzarbeit auf Italienisch? lavoro nero. Wieder was gelernt.

10.6.07

Die Lösung des Irakproblems

Präsident Bush ist gerade aus Besuch in Albanien. Dort sind die Albaner recht begeistert von den Vereinigten Staaten. Christian Science Monitor erklärt:

Officially 70 percent Muslim, the country has a strong secular ethos after nearly a quarter of a century of state-enforced atheism under communism. "I appreciated the fact that Albania is a model of religious tolerance," Bush said in a press conference with the Albanian prime minister. "And I appreciate the fact that Albania is a trusted friend and a strong ally."


Also vielleicht einfach mal probeweise säkularen paranoiden Kommunismus im Irak installieren. Ein Vierteljahrhundert warten und ernten.

Rückzug

Richard Holbrooke im Spiegel Interview. Der amerikanische Meisterdiplomat war lange Botschafter in Deutschland:

SPIEGEL ONLINE: Was halten Sie von einem sofortigen und kompletten Rückzug der US-Truppen aus dem Irak?
Holbrooke: Es gibt null Möglichkeit für solch einen Rückzug unter Präsident Bush.
SPIEGEL ONLINE: Wie ist es aber später, unter dem nächsten Präsidenten, ...?
Holbrooke: Mit dem nächsten Präsidenten... wird es sicher eine Form des militärischen Absetzens von der Schlacht um Bagdad geben. Nennen wir es Disengagement statt Rückzug.
SPIEGEL ONLINE: Was bedeutet das?
Holbrooke: Mit Disengagement meine ich, dass man Truppen aus Bagdad und der Umgebung zurückzieht.


Eine interessante Einschätzung gibt es von Richard Holbrooke auch zur Türkei-EU-Frage:
Holbrooke: Ja, Europa braucht die Türkei und sollte sie nicht wegdrücken hin zu extrem-islamistischen Staaten wie Iran oder vielleicht Irak.

Wenn eine Frau C.Roth das gleiche Argument benutzt, grinsen wir gelangweilt. Ich muss zugegeben, dass mich dieses Argument etwas irritiert. Und zwar nicht wegen der EU-Frage, sondern aufgrund der Einschätzung der Türkei. Ist denn islamischer Fundamentalismus ein Problem in der Türkei oder vielmehr ein überlebter Kemalismus mit etlichen Leichen im Keller? Man sieht sehr klar dieses Denken in religiösen Fronten bei Holbrooke. Man sollte sich Gedanken machen, wie wenig die Türkei mit Staaten wie Saudi-Arabien oder Iran gemein hat. Mich würde auch wundern wie man die Türkei in den Irak drücken sollte. Ich erinnere mich, dass ein türkischer Honorarkonsul einmal betonte die Türkei sollte in die EU, damit Europa den strategischen Zugang zu den Turkvölkern erhalte. Auch das ein lustiges Argument. Demnächst kommt Herr Mehdorn und sagt, die Türkei muß in die EU um die Bagdadbahn von Berlin aus bauen zu können. Ganz zu schweigen vom Landweg nach Indien und der Sicherung der Kreuzfahrerrouten ins Heilige Land... nicht zu vergessen als strategische Rückzugsgebiete der Irak-Truppen... Geostrategie ist die komische Kunst des weils.

8.6.07

lai citno melbi pinpedi

A birthday video about the language which a future patent system should adopt... according to certain visionaries.

Diplomatic Dictionary

Technical Assistance = bribery of foreign governments in return for implementation of laws

Capacity building = bribery in terms of diplomatic jobs and creation of new bodies

Awareness Raising = top-down propaganda in line with institutional interests or with positions/beliefs held true by an elite
... often accompanied with talks about desirable school curricula.

Digital Divide = allegation that ICT causes an 'increasing' rift between rich and poor

6.6.07

Prügel-Heiner?

Heiner Geissler tritt nicht nur bei den Antiglobalisierern von Attac ein, sondern überholt die Protestler auch noch gleich in Sachen Gewaltbereitschaft.

Deshalb ist nun die Polizeigewerkschaft für seinen Ausschluss, nicht aus Attac, sondern aus der CDU.

Geißler habe gesagt:
«Wenn mich einer anfasst, dann schlage ich zurück - und wenn es ein Polizist ist, dann schlage ich zurück. Wenn ich demonstriere, dann übe ich ein Grundrecht aus, dann lasse ich mich nicht anfassen, von niemandem.»

Der Polizeigewerkschaftler Wendt schrieb es sei für ihn «unerträglich geworden, mit Heiner Geißler gemeinsam in einer Partei zu sein». Ob er das im Namen seiner Gewerkschaft oder als CDU-Mitglied geschrieben hat, sei noch einmal zu überprüfen. Die CDU wäre ziemlich dumm, wenn Sie den Herrn ausschliessen würde, nur weil da ein Frosch die Sonne anquakt. Man kann ja noch einen draufsetzen: Welcher Polizist würde denn Heiner G. überhaupt anfassen wollen? Und: hätte der Neuattacer denn überhaupt im Zweikampf Chancen?

5.6.07

Das hat er sich fein gedacht

Da wird man also wieder einmal schön belehrt, wie man zu konversieren habe mit einem Engländer. James McCabe bleibt aber den Beweis schuldig, warum man sich ausgerechnet in die angelsächsischen Unarten fügen soll. Seinen Stil durchzusetzen und den anderen zu respektieren und von ihm zu lernen, darauf kommt es doch eigentlich an. Wenn Herr McCabe meint, dass interkulturelle Kommunikation eine Einbahnstrasse ist, dann wird er sich noch wundern. Ich tu es schon. McCabe ist übrigens angeblich Ire.

Der Masseur

D'hont, der Dopingmasseur, belastet Jan Ullrich.

Praktisch moin

Von Moinmoin gibt es auch eine "Desktop Edition". Das ist wirklich praktisch. Einfach mit python moin.py starten und man hat ein lokales Wiki.

24.5.07

Doping

SPON:

Laut Aldag und Zabel hätten die Mediziner von den Verstößen gewusst, gleichzeitig aber vom Doping abgeraten. Die Substanzen habe Masseur Jef D'hont besorgt.

15.5.07

Beißer

Journalismus, aber bitte mit den richtigen fragen...

Wenn man sich in diesen einzigen Punkt verbeißt, hindert es einen, seine eigentliche Botschaft zu verstehen. Ich finde, das ist keine Art, wie man Journalismus macht. Deshalb möchte ich dazu nichts mehr sagen.


... ja schön wär's. Wirklich.

1.5.07

European nations on US copyright watchlist

Copyright piracy in the EU is still seen as a problem by the US:

The countries placed on a lower-level watch list were Belarus, Belize, Bolivia, Brazil, Canada, Colombia, Costa Rica, Dominican Republic, Ecuador, Guatemala, Hungary, Indonesia, Italy, Jamaica, South Korea, Kuwait, Lithuania, Malaysia, Mexico, Pakistan, Peru, Philippines, Poland, Romania, Saudi Arabia, Taiwan, Tajikistan, Turkmenistan, Uzbekistan and Vietnam.


HUNGARY
Hungary will remain on the Watch List in 2007. Although Hungary has improved its IPR regime over the past several years, additional improvements are necessary. The United States commends Hungary for forming an Inter-Ministerial Task Force in 2006 to address IPR issues, comprising representatives from the Hungarian Government and the private sector. Copyright piracy in Hungary continues to grow, especially related to the Internet. Enforcement deficiencies include prosecutorial delays, judicial imposition of non- deterrent sentences, and weak border enforcement. The United States urges Hungary to provide an effective coordination system between its health and patent authorities to prevent the issuance of marketing approvals for patent-infringing pharmaceutical products. The United States will continue to work with the Hungarian Government to address these IPR concerns.


Italy
Italy will remain on the Watch List for 2007. The United States notes that Italy increased cooperation between its government agencies and the private sector in 2006, as well as expressed renewed interest in working more closely with the United States to improve IPR protection and enforcement in Italy. However, the U.S. copyright industries report that Italy maintains one of the highest overall piracy rates in Western Europe. Italy made some progress in 2006 through increased raids, seizures, and arrests of IPR infringers, notably through enforcement actions by the Guardia di Finanza, but there continues to be inadequate judicial awareness of IPR infringement as a serious crime and therefore a lack of judicial imposition of deterrent fines and jail sentences for criminal copyright and trademark infringers. The United States continues to observe wide variations in the effectiveness of IPR enforcement activities within Italy, particularly in the courts. The U.S. copyright industries report continuing high rates of copyright piracy in Italy, especially on the Internet. The United States urges Italy to make IPR enforcement a top priority, commit high-level support for IPR enforcement, provide deterrent IPR
enforcement through increased convictions and jail sentences, dedicate more resources for law enforcement and the judiciary, and implement a plan to combat Internet piracy. The United States will continue to work with Italy on these issues, with the goal of improving IPR protection and enforcement.

LITHUANIA

Lithuania will remain on the Watch List in 2007. Lithuania increased its engagement with the United States during 2006 and made progress by closing down the notorious pirate website www.piratic.org. Despite these and other IPR improvements this past year, IPR issues remain, including the need for sustained IPR enforcement actions and improved border enforcement to curb the transshipment of pirated optical media through Lithuania. Because Lithuania serves as a transshipment point in the Baltic region for mostly Russian-produced optical media, the United States urges Lithuanian customs officials to make more frequent use of their ex officio authority to inspect and seize infringing goods at the border. The United States encourages Lithuania to continue its cooperative enforcement efforts with the private sector in the monitoring of optical disc production in Lithuania. The United States also encourages Lithuania to increase its
efforts to coordinate IPR enforcement actions among relevant government ministries, police, and customs officials. The United States will continue to work with Lithuania to strengthen its IPR regime.

POLAND
Poland will remain on the Watch List in 2007. Despite improvements in cooperation between the Polish Government and the private sector on IPR issues, the United States is concerned that Poland did not make significant progress on IPR protection or enforcement efforts this past year. For example, Poland drastically cut its support for the National Police Intellectual Property and Computer Crime Unit, which had previously been responsible for an increase in the numbers of raids, seizures, and prosecutions against IPR infringers. Due to a reported shift in priorities, IPR enforcement efforts remained weak in Poland during the past year. The United States urges Poland to give increased attention to IPR protection and enforcement, including by strengthening border enforcement, eliminating delays in bringing prosecutions, addressing piracy on the Internet, and ensuring that courts impose deterrent sentences for IPR infringement. The United States also encourages Poland to strengthen enforcement legislation to combat piracy and counterfeiting. The United States is also concerned by Poland’s inadequate protection against unfair commercial use for pharmaceutical data generated to obtain marketing approval. The United States encourages Poland to commit its resources and attention to increasing IPR protection and enforcement over the next year.


ROMANIA

Romania will remain on the Watch List in 2007. Romania improved coordination between law enforcement authorities and the private sector this past year. The U.S. copyright industries report that optical disc piracy decreased in Romania in 2006, but Internet piracy in the country increased, spurred by peer-to-peer networks and weak IPR enforcement. The United States encourages Romania to improve its IPR enforcement efforts, including ensuring that prosecutions are completed in a timely manner and that courts impose deterrent sentences against IPR infringers.

28.4.07

Englisch ist eine Klasse für sich

NYtimes:

The Daily Telegraph revealed that while the lower classes use "say again?" when they cannot hear something, the middle classes say "pardon?" and the upper classes bray "what?"

3.4.07

Zeta oder irgendwann kommt der Tag

Irgendwann kommt er bestimmt.

31.3.07

BDI BMJ Konferenz

Gestern und heute Patentstreitkonferenz von dem Industrieverband BDI gemeinsam mit dem BMJ. Eine Elefantenrunde hochkarätiger und im Verfahren höchst relevanter Repräsentanten, Gelegenheit für viele Einzelgespräche. Es geht um EPLA, einem Vorschlag für ein gemeinsames Patentstreitregelungssystem in Europa, das Patentstreitigkeiten entscheidet, die nationale Patentgerichtsbarkeit auflöst, und ein EPO-nahes Patentgericht installiert. Engagiert treten die deutsche Ratspräsidentschaft und der BDI für das EPLA ein. Strategisch ist das möglicherweise nicht sonderliche klug, denn der derzeitige EPLA-Entwurf ist voraussichtlich mit dem Gemeinschaftsrecht unvereinbar und als Entwurf eigentlich überholt. So droht das Scheitern des Gemeinschaftspatentes sich zu wiederholen beim Entwurf EPLA.

Entsprechend vorsichtig und pragmatisch gab deshalb Erik Nooteboom von der Generaldirektion Unternehmen einen Ausblick auf den EU-Kommissionsvorschlag, das Papier zur Patentstrategie in Europa, das nächste Woche beschlossen wird. Es nähert sich an den französischen Vorschlag an, der von ihm zum "lateinischen Vorschlag" umgetauft wurde. Portugal wird nach der Deutschen Ratspräsidentschaft ans Ruder kommen und ist entsprechend kritisch.

Heute sah ich einige Gesichter im Pergamonmuseum wieder.

11.3.07

Klage nicht Goetze

Supuper, Rainald Goetz Klage:

VANITY FAIR » Und nichts an mir ist freundlich.
In der Bibliothek werden die Bücher der letzten Tage, klage, Kannibale, klage, eingesammelt, berührt von Hand, betupft mit Neugedanken, so noch einmal nachbeseelt und wieder ins Regal des Wirr zurückgestellt. REGALE IN AUFRUHR.


Völker hört die Regale. Wirr sind wieder wer.

Tazen im grünen Felde



taz Magazin

Noch ein Grund, doch wirklich mal ausgerechnet die taz zu lesen. Die These von den abgewrackten Grünen.

Die Grünen, so behauptet ein Herr Walter, "sind die Motoren oder die Fermente dessen, was man Wissensgesellschaft nennt."

Wir reden jetzt von den Kadern oder von einem Grün wählenden Teil der Gesellschaft?

Cohn-Bendit: Die Kader? Ich weiß nicht, wer die Kader sind.


Na du zum Beispiel, Torfnase. Aber von der Nase des Torfes gibt es noch ein paar praktische Tipps für die Zukunft:
[Präsidentschaftskandidatin Royal aus Frankreich]...hat das Problem der partizipativen Demokratie als zentralen Inhalt der Erneuerung der Demokratie benannt. Das Problem der Grünen heute ist, dass sie auf dieser Ebene sprachlos sind.


Walter sieht einen gut programmierten Wähler mit Hörsturz:
Ja, das ist die Generation Tinnitus oder die Generation Hörsturz. Der Beruf ist hart, sie sind ausgebrannt. Andererseits ist es fast ein Gen bei vielen Grünen-Anhängern, dass sie diese Partei wählen, aber sehr wenig mitmachen.

Der Wähler mit Hörsturz braucht auch keinen Wahlkampf, denn er hört ja nichts.

Sekondiertes Erstleben



taz 10.3.07 Ausflug in die Welt der Wassersäcke
Wer "Second Life" für eine tolle virtuelle Simulation hält, wird sich bei "First Life" die Augen reiben!


verspricht dieser Artikel in der Taz, zum aus dem Sessel fallen:

Im Moment jedoch laufen hier noch ziemlich viele Menschen rum - außer einem gewissen Herrn Baudrillard, der laut Zeitung gerade gestorben ist. Theoretisch kann man mit ihnen über Sprechblasen kommunizieren.


Oh ja, und

Falten, eine rote Nase, grauer Schnurrbart. Ein Grafikproblem? Sehr merkwürdig, denn ansonsten ist die Grafik hier am Potsdamer Platz erstaunlich hochauflösend. Die Gebäude wirken fast echt.

10.3.07

Verstehen sie mich nicht falsch...



Wenn das mal nicht knackig formuliert ist, da macht sogar die STIFTUNG DEUTSCHE SPRACHE

einen Heidenspass:

Powered by emotion“ warb SAT
1 bis 2003. Dann erfuhr der Sender, dass zwei Drittel der Fernsehteilnehmer
keine Ahnung hatten, was das heißen sollte – ja dass einige
sich Übersetzungen zurechtlegten wie „Kraft durch Freude
oder „Von Gefühlen gepudert“. Und so lautet
der Werbespruch seit 2004: „SAT 1 zeigt’s allen“.


Was die Stifter nicht verstehen: solche Sprüche sollen nichts bedeuten und nicht verstanden sein.

Gottschalk, who?

Betanews gegen Vinje

Betanews ist einer meiner Lieblingsinformationsdienste, weil er immer den maximalen Spin rausholt, auch da wo man lieber gar nichts mehr schreiben sollte:



BetaNews | Microsoft Gambles One EU Customer Will Make its Case



Hier kriegt der Thomas Vinje von Clifford Chance etwas auf die Mütze mit rhetorischen Rumpelkammerspielen. Wie ich nun da lese, steht der Herr Vinje auch hinter ECIS? ECIS ist eine der besten Neuerungen in der Brüssler Szene, richtig gut.





Ethical robots



BBC NEWS | Technology | The ethical dilemmas of robotics



Mal wieder die Ethik der Roboter, aber dylan Evans findet, das sei was Neues und Spannendes. Da gähnt der Roboter und robotet schön weiter.



This week, experts in South Korea said they were drawing up an ethical code to prevent humans abusing robots,



Da gähnt der Roboter und robotet schön weiter.



Software robots - basically, just complicated computer programmes - already make important financial decisions. Whose fault is it if they make a bad investment?





Kuneva im Griff

Die Existenz einer neuen EU-Konsumentenkommissarin Meglena Kuneva wirbelte einigen Industrieverbänden die Haare hoch. Und da standen sie dann, in den Protokollen der Arbeitsgruppen das Fragezeichen, das große. Aber ein Blick auf ihre Homepage genügt zur Beruhigung. Wen trifft die neue Konsumentenkommisarin, etwa die Konsumentenverbände?

Weit gefehlt!

Reding will Fernsehrichtlinie aufs Netz loslassen

Es gibt eine neue Fassung der EU-Fernsehrichtlinie der Kommission.

Da wird nun die Katze aus dem Sack gelassen:

DIRECTIVE ... concerning the pursuit of television broadcasting activities

The title is amended as follows:
“Directive [No] of the European Parliament and of the Council on the coordination of certain provisions laid down by law, regulation or administrative action in Member States concerning the provision of audiovisual media services (Audiovisual Media
Services Directive)”.


In der Richtlinie finden sich viele bereits für Fernsehregulierung unnütze Vorschläge, so beispielsweise die Idee der Ko-Regulierung, dass heisst die Ausgliederung von Zensur an Inhaltskontrolle. Aus der freiwilligen Selbstkontrolle wird offiziöse "Selbstkontrolle".

"Kommerzielle" Kommunikation soll etwa nicht mehr Religionen oder politische Überzeugungen angreifen dürfen:

(c) audiovisual commercial communications must not:
(i) prejudice respect for human dignity
(ii) include any discrimination on grounds of race, sex or nationality;
(iii) be offensive to religious or political beliefs;
(iv) encourage behaviour prejudicial to health or to safety;


Man sieht hier die Werkzeuge für den Marsch in eine andere, weniger liberale Rechtsordnung. Hier die deutsche Pressemeldung der EU-Kommission.

Berner-Lee: Keep the Internet free

ZDnet.UK reports

9.3.07

Klingon-MP

Ein Abgeordneter de finnischen Parlamentes stellt sich auf seiner Website auch auf Klingonisch vor. Ich frage mich, ob ich finnisch und klingonische Texte unterscheiden kann. Verkomische Finnen...

4.3.07

Europäisches Schulbuch?

Der Vorschlag eines gemeinsamen europäischen Schulbuches in Heidelberg von der Bundesministerin Annette Schavan stößt nicht überall auf Zustimmung:

The historian Dr David Starkey told the BBC that what made Europe exciting was its differences, even though these had contributed to conflict, and the proposed book would seek to brush those differences away.


Es gibt aber noch stärkere, nämlich verfassungsrechtliche Bedenken. Schulen und Lehrpläne unterliegen in Deutschland der Länderkompetenz. Wo sich der Bund nicht einzumischen hat, da erst recht nicht über die europäische Bande.