7.9.08
Eskalation beim "Bundestrojaner"
Der Bundestrojaner entwickelt sich zum Bundestroll:
Quelle!
Locker bleiben! Tatsächlich, des Bundestrojaners ungeachtet, ist Wirtschaftsspionage und Sabotage über elektronische Netze ein wichtiges Thema. Darüber sollte wir mehr sprechen statt den armen "Bundestrojaner" des BKA auch noch zur Bedrohung des Produktionsstandortes Deutschland zu stilisieren. Ich denke im BKA wird man schallend gelacht haben...
Durch die Infiltrationssoftware des BKA entstehe ein hohes Risiko des Missbrauchs durch Hacker, warnt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse seien gefährdet und es könnte zu Produktionsausfällen kommen.
Quelle!
Locker bleiben! Tatsächlich, des Bundestrojaners ungeachtet, ist Wirtschaftsspionage und Sabotage über elektronische Netze ein wichtiges Thema. Darüber sollte wir mehr sprechen statt den armen "Bundestrojaner" des BKA auch noch zur Bedrohung des Produktionsstandortes Deutschland zu stilisieren. Ich denke im BKA wird man schallend gelacht haben...
Sprachmacht Padeluun
Datenschützer sind aufgeregt über ihre Privatsphäre und haben im Moment mal wieder Konjunktur. Ihre Lobby gilt als sehr sprachmächtig und sucht ironischerweise die Öffentlichkeit. Padeluun aus Bielefeld ist ein Veteran, zum Datengipfel der Bundesregierung:
oder
Das ist die Art der Metaphorik, die ich mir sehr gefällt, aber meine Freunde versuchen mich immer mehr auf das Format klarer Stellungnahmen zu trimmen. Mit wenig Erfolg.
Im Original:
Da wollte der Bock zeigen, dass er Gärtner ist und nun im Datengarten rumwildert.
oder
... dass er irgendwie in einer Parallelwelt lebt und da mal rausgucken muss...
Das ist die Art der Metaphorik, die ich mir sehr gefällt, aber meine Freunde versuchen mich immer mehr auf das Format klarer Stellungnahmen zu trimmen. Mit wenig Erfolg.
Im Original:
Padeluun: ...weil das so das Einzige ist, was den Dummköpfen einfällt.
Markus: Also mehr Datenhöflichkeit...
Internet Governanz Lernprozess
Robin schliesst sich meiner Einschätzung an:
Die Lösung ist aber sicherlich nicht diese Governanz zu schaffen. Insofern eine gute Idee, die Kernneutralität aber etwas schnell ausgeführt.
This is a symptom of “mission creep” at ICANN over the years, expanding beyond technical and operational matters to address general public policy issues. “Internet Governance” is spilling over into the realm of General Public Governance, but there are no effective structures in place to ensure reliable processes of public accountability. The fixed ad hoc governance system set up at ICANN does not scale well to effective representation of general public policy interests. (Kernneutralitätseite)
Die Lösung ist aber sicherlich nicht diese Governanz zu schaffen. Insofern eine gute Idee, die Kernneutralität aber etwas schnell ausgeführt.
6.9.08
5.9.08
Werbung
Schockierend oder? Was geht da bei denen vor? Das ist der erste der Spots mit denen man mehr Akzeptanz für Vista erreichen will. Ich bin zufrieden mit Vista. Aber was zum Teufel ist das? Es kommt noch besser:
From: Bill Veghte
Sent: Thursday, September 04, 2008 5:37 PM
To: Microsoft - All Employees (QBDG)
Subject: Telling the story of Windows
...
Today, we are kicking off a highly visible advertising campaign. The first phase of this campaign is designed to engage consumers and spark a new conversation about Windows – a conversation that will evolve as the campaign progresses, but will always be marked by humor and humanity. ...
This first set of ads features Bill Gates and comedian Jerry Seinfeld. Think of these ads as an icebreaker to reintroduce Microsoft to viewers in a consumer context. Later this month, as the campaign moves into its next phase, we’ll go much deeper in telling the Windows story and celebrating what it can do for consumers at work, at play and on-the-go. At that time, I’ll be back to share more information about our plans to further strengthen the bond between consumers and Windows – one of the most amazing products, businesses and brands of all time, and, with the right tenacity, passion and agility from all of us, a story that has many great chapters to come.
1.9.08
Dissertation zu Mehrdeutigkeit
http://dissertations.ub.rug.nl/faculties/fil/2003/j.a.van.laar/
The dialectic of ambiguity : a contribution to the study of argumentation
Laar, Jan Albert van
The dialectic of ambiguity : a contribution to the study of argumentation
Laar, Jan Albert van
The three research questions of this study have been: what exactly is active ambiguity?; how should we assess active ambiguities in an argumentative discussion?; what does an adequate dialectical account of active ambiguity look like? These three questions have been answered by giving a definition of active ambiguity, and by elaborating on the properties of active ambiguity.
30.8.08
Erweckung beim Kebab
Ende 2003 sei ihm bei einem Essen vor einem Kebab-Laden plötzlich klargeworden, dass auch er in den Dschihad ziehen müsse.
Quelle: Spiegel.de
27.8.08
Sack Rice
Das US-Magazin [Forbes] hat die Kanzlerin zur mächtigsten Frau der Welt gekürt - zum dritten Mal in Folge. US-Außenministerin Rice rutschte vom vierten auf den siebten Platz.Quelle:Spiegel
Sack Rice..
Mingoebele und ACTA

Gerade mal im Blog Netzpolitik.org reingeschaut, da hat Markus Beckedahl heute die Inhalte einer Anhörung zu ISP-Fragen im Europaparlament ad hoc gestreamed. Eine dieser Sachen, die eigentlich seit Uhrzeiten plug'n play funktionieren müssten, aber es nie tun. Bei ihm schon, man konnte fast neidisch werden. Doch ich habe den Eindruck, der Francisco Mingorance sah heute in natura jünger aus.
Mitgeschnitten wurden auch die wilden Interventionen des Franzosen Toubon, der einmal Minister in Frankreich war -- für Kultur... -- und nun im Parlament sitzt. Unterhaltungswert: ****
Stefan Krempl hat über den ACTA-Bericht bei Heise geschrieben. Titel: "EU-Berichterstatter fordert schaerferes Vorgehen gegen Produktpiraterie". Wenn es darum ginge, schön. Inhaltlich ist der Bericht von Susta "extrem" wie ich es bisher nie gesehen habe (das böse Wort vom Italorecht musste sich schon der ausgeschiedene Kommissar Frattini bei Initiativen im gleichen Bereich vorhalten lassen) und jenseits der derzeitigen Verhandlungsrealitäten im Gemeinschaftsrahmen. Problematisch ist grundlegend vor allem der Missbrauch von Handelsinstrumenten für die Durchsetzung allgemeiner Politikziele was Jagdish Bhagwati schon im Zusammenhang mit dem TRIPs-Abkommen angemerkt hatte. Eine wichtige Ko-Berichterstatterin ist die Österreicherin Lichtenberger im Rechtsauschuss, die heute auf der Veranstaltung war, ihr Meinungsbericht ist aber noch nicht geschrieben. Der Rechtsausschuss wird hoffentlich dem Berichterstatter Susta aus dem Handelsausschuss einiges "technisch" erklären.
24.8.08
Pieters Tagesweisheit
Ein Gärtner, der seinen Garten mit einem Flammenwerfer pflegt, tut nichts für ihn.
22.8.08
Brain drain good for Africa?
Stephanie Hanson, sponsored by Morgan Stanley, argues:
Source: CFR
I would suggest she defends a lost cause. She cannot overcome the fact that the phrase "brain drain" has an inherent bias. The use of loaded language is nothing special but you should be aware.
Development experts decry the adverse impact of brain drain on the region. But recent research on migration of skilled workers concludes that brain drain might, through remittances and the return of talented workers, be good for Africa.
Source: CFR
I would suggest she defends a lost cause. She cannot overcome the fact that the phrase "brain drain" has an inherent bias. The use of loaded language is nothing special but you should be aware.
21.8.08
Einsturz in Strassburg
Die erste Plenartagung des Europäischen Parlaments im September wird ausnahmsweise in Brüssel abgehalten, entschied heute Parlamentspräsident Hans-Gert Pöttering. Grund dafür ist der teilweise Einsturz der Decke des Plenarsaals am 7. August.
Europarl
Oh je...
18.8.08
Georgien
Report Mainz "deckt auf"
Wohlgemerkt, Südossetien ist völkerrechtlich Teil des Georgischen Staatsgebietes. Also kann von einem Einmarsch keine Rede sein. Und nun fehlt nur die Frage, wo das Problem ist, wenn ein de facto Nato-Partner seine Truppen mit deutschen Waffen ausrüstet.
Viel Aufregung um einen Schnickschnacklieferung von zweihundert Gewehren.
Georgische Spezialeinheiten sind offenbar mit deutschen Sturmgewehren ausgerüstet worden und damit nach Südossetien einmarschiert.
Wohlgemerkt, Südossetien ist völkerrechtlich Teil des Georgischen Staatsgebietes. Also kann von einem Einmarsch keine Rede sein. Und nun fehlt nur die Frage, wo das Problem ist, wenn ein de facto Nato-Partner seine Truppen mit deutschen Waffen ausrüstet.
Viel Aufregung um einen Schnickschnacklieferung von zweihundert Gewehren.
14.8.08
5.8.08
Ich brauche Google News trotz Tagesschau.de
Die Tagesschau.de wartet mit einer diffamierenden Polemik von Patrick Gensing gegen Google News auf. Im Newsaggregator werden auch PR Kanäle erfasst und aggregiert. Das ist für Nutzer sehr sinnvoll, weil sie damit manche Quellen der Journalisten erhalten.(*) Das polemische Argument ist, dass direkt neben Artikeln der Sueddeutschen Zeitung und so weiter auch Pressemeldungen rechtsextremer Parteien aggregiert werden können, die über Presseverteil-Dienste rausgeschickt werden. Da endet der Artikel mit der Schlussfolgerung: "Und auch die NPD dürfte mit Google News bislang zufrieden sein." Internetinnovation wird auf eine Plattform für Rechtsextreme verkürzt. Der Internet-Nutzer als ein unmündiges Subjekt, der beiden Quellen den gleichen Rang beimesse. Ein merkwürdiges journalistisches Menschenbild. Seltsam die Unterstellung, dass die anderen gesellschaftlichen Interessengruppen die medialen Möglichkeiten nicht ebenso zu nutzen wissen. Zugang zu Primärquellen aller Art ist hilfreich und erzieht zu pluralistischer Mündigkeit, zur Quellenkritik.
Welcher Nutzer mag von einer automatischen Aggregation "journalistische Kompetenz" erwartet haben? Technische Aggregation erlaubt dem Anwender ganz neue Möglichkeiten. Gerade das Fehlen einer redaktionellen Aufbereitung macht doch gerade den Reiz für Infojunkies aus. Mich interessieren z.B. überhaupt keine Boulevardnachrichten. Birnen sind problematisch, weil sie nicht nach Apfel schmecken, und statt Äpfeln verspeist werden?
Sagt der Herr Görke vorm Bundestagsausschuss. Wenn Nutzer keinen Nutzen sehen, wird der Dienst wohl kaum für sie angeboten werden. Das Gegenteil ist allerdings der Fall. Wie unterm alten Erich will da einer bestimmen, was der Bürger "braucht". Und möchte sogar die Verfügbarkeit solcher Dienste durch Regulierung unterdrücken. China lässt grüßen.
Wo ich z.B. den Nutzen von Google News habe
Zum Beispiel interessiere ich mich für alle möglichen Quellen zum Nischenthema "Offene Standards". Quellen kann ich natürlich selbst bewerten. Ich brauche keinen "journalistischen" Filter.
Deshalb habe ich bei meinem RSS-Reader unter anderem eine RSS-Suche über den Suchbegriff bei Google news eingerichtet. Das ist unglaublich praktisch! Das macht Google News zu einer Webapplikation, die ich haben muss. Ausserdem durchsuche ich englische Nachrichten und alle bei Google Blogs erfassten Nachrichten zu diesem Thema und zu anderen Themen. Gibt es einen neuen Artikel oder Produktwerbung, so erfahre ich davon. Parallel habe ich meine eigenen RSS-Feeds von Portalen, die mich interessieren. Alles wunderbar integriert.
Ich erinnere mich noch sehr gut daran selbst einmal Pressespiegel erstellt zu haben. Das heisst lokale Zeitungen mühsam durchzusehen, institutionell relevante Beiträge auszuschneiden, und an sammelnde Dienststellen zu faxen. Was für eine Ressourcenverschwendung! Über den beschriebenen Mechanismus macht das Google News für mich.
Möglicherweise sollte sich die Tagesschau.de Reaktion mal an die eigene Nase fassen und die Polemik gegen andere Medien unterlassen. So weit wie es die journalistische Selbstbespiegelung aufscheinen lässt, ist es zumeist nicht mit journalistischer Qualität her.
(*) So speiste sich ein BILD-Artikel über ein angebliches Pinkeln auf die Deutschlandfahne bei einem Grüne Jugend Kongress ausgerechnet aus diesen sächsischen NPD-Quellen.
"Der Medienwissenschaftler Alexander Görke betonte ... mit dem Angebot von Nachrichten, die nicht redaktionell ausgewählt, "sondern auf der Basis von Suchalgorithmen - gleichsam parasitär - zusammengeklaubt werden, versucht etwa Google News ... auf dem Terrain des Journalismus zu wildern, ohne an dessen Kompetenz heranzureichen".
Welcher Nutzer mag von einer automatischen Aggregation "journalistische Kompetenz" erwartet haben? Technische Aggregation erlaubt dem Anwender ganz neue Möglichkeiten. Gerade das Fehlen einer redaktionellen Aufbereitung macht doch gerade den Reiz für Infojunkies aus. Mich interessieren z.B. überhaupt keine Boulevardnachrichten. Birnen sind problematisch, weil sie nicht nach Apfel schmecken, und statt Äpfeln verspeist werden?
"Den Nutzen, den eine politisch interessierte Öffentlichkeit von einem derartigen Angebot haben kann, sehe ich nicht." Daher schlug er vor, dass sich Suchmaschinen auf ihre Kernkompetenz beschränken oder auf diese rechtlich beschränkt werden sollten.
Sagt der Herr Görke vorm Bundestagsausschuss. Wenn Nutzer keinen Nutzen sehen, wird der Dienst wohl kaum für sie angeboten werden. Das Gegenteil ist allerdings der Fall. Wie unterm alten Erich will da einer bestimmen, was der Bürger "braucht". Und möchte sogar die Verfügbarkeit solcher Dienste durch Regulierung unterdrücken. China lässt grüßen.
Wo ich z.B. den Nutzen von Google News habe
Zum Beispiel interessiere ich mich für alle möglichen Quellen zum Nischenthema "Offene Standards". Quellen kann ich natürlich selbst bewerten. Ich brauche keinen "journalistischen" Filter.
Deshalb habe ich bei meinem RSS-Reader unter anderem eine RSS-Suche über den Suchbegriff bei Google news eingerichtet. Das ist unglaublich praktisch! Das macht Google News zu einer Webapplikation, die ich haben muss. Ausserdem durchsuche ich englische Nachrichten und alle bei Google Blogs erfassten Nachrichten zu diesem Thema und zu anderen Themen. Gibt es einen neuen Artikel oder Produktwerbung, so erfahre ich davon. Parallel habe ich meine eigenen RSS-Feeds von Portalen, die mich interessieren. Alles wunderbar integriert.
Ich erinnere mich noch sehr gut daran selbst einmal Pressespiegel erstellt zu haben. Das heisst lokale Zeitungen mühsam durchzusehen, institutionell relevante Beiträge auszuschneiden, und an sammelnde Dienststellen zu faxen. Was für eine Ressourcenverschwendung! Über den beschriebenen Mechanismus macht das Google News für mich.
Möglicherweise sollte sich die Tagesschau.de Reaktion mal an die eigene Nase fassen und die Polemik gegen andere Medien unterlassen. So weit wie es die journalistische Selbstbespiegelung aufscheinen lässt, ist es zumeist nicht mit journalistischer Qualität her.
(*) So speiste sich ein BILD-Artikel über ein angebliches Pinkeln auf die Deutschlandfahne bei einem Grüne Jugend Kongress ausgerechnet aus diesen sächsischen NPD-Quellen.
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