21.4.06

Torrents für die Videos zum 22C3 sind da

Wie ich gerade erfahren habe, sind nun die Torrents für mp4-Videos von den Vorträgen der Berliner Computerfreak-Konferenz 22C3 online. Die CCC-Videos sind ein Beispiel dafür, dass Filesharing auch sinnvoll für die kostengünstige Verbreitung legaler Inhalte verwendet werden kann.

Gestern hatte ich mir die Keynote von Ito konventionell herunter geladen. Es ist interessant erneut und genau zuzuhören. Das Hauptproblem - und das war auch etwas was mir nicht gelang zu knacken - ist der unglaubliche Defätismus, der gerade von US-Gästen immer wieder gezeigt wird. Was mir etwas entgangen war, ist, dass auch Ito das erkennt und auf die Schädlichkeit hinweist. Die gängige Verdrossenheit bei uns ist sozusagen die weiche Variante, die Aktualisierung unseres Nationalcharakters: Kassandra auf Streifzug durch die ewig sterbenden Wälder. Die verlorenen "Krieger" vom Kongress sollten meiner Ansicht nach sich besser fragen, warum zum Beispiel Dataret unnötigerweise verloren wurde. Möglicherweise liegt es daran, dass kaum einer der Frustrierten in Brüssel war. Interessen, die nicht vor Ort vertreten werden, haben kaum Chancen auf magische Durchsetzung.

Es tut mir leid, wenn auch von mir zu verantwortende Kommunikation eine Negativstimmung genährt hat. Die meisten echten "Frontkämpfer" - um dieser schwachsinnigen Militärmetapher des war on (insert pillepalle) zu folgen - haben ein positives Verhältnis zu dem, was mit geringen Mitteln erreicht werden kann. Es sind nur nicht viele dort, wo es brennt.

Wer kümmert sich eigentlich um Com(2005) 646 final?

Man lese nur zum Beispiel
Article 3g
Member States shall ensure that audiovisual commercial communications (siehe Artikel 1 f) provided by providers under their jurisdiction comply with the following requirements:
...
(b) audiovisual commercial communications must not use subliminal techniques; (funktionieren bekanntlich sowieso nicht)
(c) audiovisual commercial communications must not:
(i) include any discrimination on grounds of race, sex, or nationality;
(ii) be offensive to religious or political beliefs;
(iii) encourage behaviour prejudicial to health or to safety;
(iv) encourage behaviour prejudicial to the protection of the environment.
...
(f) audiovisual commercial communications must not cause moral or physical detriment to minors. Therefore they shall not directly exhort minors to buy a product or service by exploiting their inexperience or credulity, directly encourage them to persuade their parents or others to purchase the goods or services being advertised, exploit the special trust minors place in parents,teachers or other persons, or unreasonably show minors in dangerous situations.


Keine Verschwörung, die es - wie Ito unterstrich - nicht gibt, sondern gut gemeinter Jugendschutz...

Das Zitat zur Romantik

Von der Wikipedia-Diskussionsseite zu dem Romantik-Artikel (nicht ganz geglückt):

Heinrich von Kleist und Friedrich Hölderlin gehören, weder der Klassik noch der Romantik an. Kleist brachte sich auch wegen des Mangels an Zugehörigkeit um.

20.4.06

Wie sehen Sie die Zukunft Europas

Mit den Augen?

Beim Zweiten jedenfalls verweist man auf die positiven Ergebnisse eines neuen Diskussionsforum zum Thema von der Frau EU-Kommissarin Wallström.

Es geht noch arger

Dem Weltblogger wurde ein Literaturpreis verliehen.
The Buber-Rosenzweig Medaille which is presented each year in Berlin to an individual for outstanding contributions in promoting tolerance and understanding between religious faiths and ethnic groups.

Unter dem Titel "Honoring Hate: Leon De Winter Receives Medal in Berlin" über den GUTEN wird die Tageseitung zitiert:
Gegen den Islamismus, im Grunde freilich gegen die in seinen Augen sich in Parallelgesellschaften verpuppenden muslimischen Migranten-Communities schreibt de Winter mit einer Verve an, die mitunter den schmalen Grat, der den Warnruf von der rassistischen Hetze trennt, überschreitet.
...
Man kann sich fragen, ob es eine gute Idee ist, einem Autor, der Sätze schreibt wie de Winter, einen Anti-Rassismus-Preis zu verleihen.

Henryk M. Broder ist anderer Meinung und preist den Weltblogger als seinen Lieblingsdichter. Was man an Herrn Broder liebenswert findet, ist seine wunderbare Widersprüchlichkeit, die ihn immer ins Gespräch bringt. Bei ihm, einem meiner Lieblingspolemiker, klingt das so:
Er ist ein Dichter, der auch im täglichen Meinungskampf eine klare Position bezieht: gegen die dummdreisten Gutmenschen, die den Terror der Fundamentalisten mit multikulturellem Dialog beantworten möchten, gegen die Fürsprecher der angewandten Feigheit, die glauben, verschont zu bleiben, wenn sie rechtzeitig kapitulieren.

Gänzlich störenfriedlich rundet sich das Bild mit dieser Aussage aus dem Dialog-Blog ab:
De Winter remained true to form at the ceremony and told the audience ""Ich glaube nicht an den Dialog zwischen Religionen" (I don't believe in dialogue between religions).
Eine outstanding contributions in promoting tolerance and understanding between religious faiths and ethnic groups, nämlich der Rückgriff auf den streitbaren Diskurs. Auf in den Kulturkampf...

Ein anderer Blogger stellt schon mal die Anti-Blog-Verschwörung auf:
Das anti-islamische Jaulradio, das diese beiden Herren betreiben, wird allerdings erst dadurch vernehmlich, dass gewisse Rechtsaussenblogger deren Lieder lautstark mitsingen. Ich kann mich des Verdachts nicht erwehren, dass es sich hier um ein besonders perfides Manöver der Mainstreammedien handelt, die immer stärker anwachsende Konkurrenz um die Einflussnahme auf die öffentliche Meinung durch private Blogger soweit auf dünnes Eis zu locken, bis sie schliesslich einbricht und untergeht.

Auch nicht gerade überzeugend, aber jedenfalls eine spaßige Erläuterung.

19.4.06

Geduldsprobe: Welt.de Blog mit Gewaltaufruf

Die Welt hat einen englischsprachigen Blogger, der die geistige Belastungsgrenze seiner Leser arg strapaziert:
Death, violence, cruelty, suffering, as expressions of the merciless nature of our universe, were de-ritualized in Nazi ideology and as such Nazi’s were trying to de-christianize Europe. The effect of Political Islam is surprisingly identical to the effects if Nazism; again, death and suffering have been brought from the religious environment into the core of the living community.

Diese Provokationen sind recht bedenklich, wenn man auch noch einen Blick auf andere der Blogpost des Welt.de Bloggers lenkt, zum Beispiel
There is only one option to stop the Mullahs now, and that option is violence. Any other option is just postponing the acceptance of reality until it is too late - which has the advantage that violence cannot be used anymore and bloodshed will be prevented for some time, but it will also mean that Iran will remain a religious tiranny, in the near future controlling the Middle Eastern oil reserves.
If the West wants to protect its culture, lifestyles, values, arts, it needs to break with its newly found pacifistic soul - which was not a bad thing after the cruelties of WWI and II - and take up its arms.

Ich frage mich, warum Die Welt für einen solche Botschaften ihren guten Namen hergibt. Möglicherweise ist der Einsatz militärischer Mittel gegen den Iran tatsächlich notwendig, in der Tat wird dieser Einsatz vom Iran geradezu provoziert. Deswegen muss aber eine deutsche Zeitung nicht zulassen, dass die Standards ins Bodenlose, arg an der Grenze des strafrechtlich zulässigen, fallen. Oder wie der Blogger spricht:
Evil only leaves us the option between disasters and catastrophes.

Das Böse ist keine journalistische Kategorie, es ist keine politische Kategorie, mag man sich erinnern und die gegenteilige Auffassung eines US-Präsidenten als religiöse Verirrung abtun, aber der Welt.de Blogger erklärt uns, dass wir da falsch liegen:
... Western commentators, often fed with the terminology and models of neo-marxism, which is still the fashion in many Western universities, reduce the concept of Evil to socio-economical processes.

Ich frage mich, warum deutsche Zeitungen mit ihrer selbstgefälligen Journalistischen Ethik, mit der sie sich über Blogger im Internet erheben, selbst mit ihren eigenen Blogs in die Schmuddelkiste greifen, statt mit besserem Beispiel voran zu gehen. Die Qualität des öffentlichen Diskurses dürfte nur gewinnen, wenn Die Welt ihre Ressourcen seriöseren Kommentatoren zur Verfügung stelle. Der Gute kann ja auch ohne solche Unterstützung Das Böse bekämpfen.

Wenn Queens Geburtstag feiern

Queen hails her 99 'exact twins'

Grenzen für TV ohne Grenzen

Na endlich, jetzt hat sich ein Industriebündnis zusammen gefunden, welches sich Com(2005) 646 final näher angeschaut hat.

16.4.06

Spaß mit dem Vokabular

Auf dieser Seite gibt es Pünktchen und Anton - Vokabeln mit englischer Übersetzung. Auch für uns interessant, um unseren Schatz an Wendungen zu erweitern.

15.4.06

Dosenöffner

Ich habe es doch tatsächlich verpasst, von der Software Dosbox gibt es nach langer, langer Zeit endlich wieder eine neue Version, die 0.65.

Unbedingt zu empfehlen, wenn man alte Dos-Software zum Laufen kriegen will. Auch wenn das Projekt in erster Linie das Ausführen alter Dosspiele unterstützen will, läuft eigentlich alles. Kein Wunder, reizen doch Spiele in der Regel die Hardware am meisten aus.

Hunde beissen Menschen, Reis fällt, Papst hält Osterwache im Vatikan...

"Papst Benedikt XVI. leitet Osterwache im Vatikan" berichtet Web.de zur Überraschung aller. Offenkundig funktioniert das auch mit der Personalisierung von Webinhalten auch noch nicht so richtig, dafür gebe ich dann auch gerne meine Religionszugehörigkeit an....

Interessanter dürfte da doch etwa der Reisfall sein.

14.4.06

Horns vs. Pieter Hintjens

My favourite patent attorney on the blog, Mr. PA Horns, reviews an article by Pieter.

But what about the "total, unshakeable, systematic conviction that they are on the side of right" of those anti-patent activists?


Perhaps it the waiver of cheap propaganda as it is not needed. Horns insults Pieter and others as an "anti-patent activists" and continues ad hominem:

Do you want to see any substantial political influence or power handed over to guys who are proponents of some total and unshakable conviction not only in questions concerning first principles of our western industrialised societies but also concerning very particular questions of how to implement sector-specific laws?


Pieter is a business man, but perhaps policy makers should better listen to patent attorneys when they implement sector-specific law? Who knows. At least Horns rant demonstrates that Pieter's posting was straight to the point. Or as he originally wrote:

There is something about working with brilliant individuals who have a total, unshakeable, systematic conviction that they are on the side of right. You can't buy them, you can't bully them. Every threat just makes them more stubborn. Every underhand manoever makes them more angry.


And regarding the rhetorical question I must add that lack of confidence is always dangerous for advocacy. This is one reason why it is important to be honest, because you often cannot bear the total costs of ownership of a lie. In many fields of professionalism people are forced to advocate positions which are not based on their own convictions and they perform poorly.

Want more fun? Read Pieters latest piece.

Trolle neutralisieren?

Eine neue Konferenz im Mai in San Francisco:

Corporate Counsel's Guide to Software Patents Developing strategy, drafting & prosecuting applications, and safeguarding your property

Wednesday, May 24, 2006 to Thursday, May 25, 2006
Grand Hyatt Hotel, San Francisco, CA , United States

When it comes to software patenting, it's an uphill battle for any IP counsel. The patent process is long and the patent generally doesn't outlast the short lifespan of the software, bringing into question a patent's whole economic worth. Deciphering which legal issues apply to software is a question that has not yet been sorted through, and no court has ever decisively held what constitutes a patentable software invention. And drafting the patent application and pushing it through the archaic channels of the PTO process can prove to be laborious and frustrating.

...

With the software patent industry seemingly in chaos and virtually no one stepping to the forefront for guidance, American Conference Institute has assembled the Corporate Counsel's Guide to Software Patents, a forum offering a unifying strategy to clarify the patent process and show how all these apparently distinct issues are connected. Some of the major tools this ACI conference offers include how to:
* Neutralize patent trolls' methods, motivations, and reasons for being
...


My opinion was that the US patent reform debate needs better guidance. So I am surprised that this is not my personal view:
no one stepping to the forefront for guidance


We know how to solve the mess but we don't have the ressources right now to join the US debate. So it will be up to the Americans to make up their own minds.

WIPO SPLT stalled

IP-Watch about the WIPO confrontation between Developing Countries and the B group.

The 10-12 April informal session of the Standing Committee on the Law of Patents (SCP) was mandated by the October 2005 WIPO General Assembly to define a work programme for a formal five-day SCP meeting later this year. That meeting now will not take place.


Now the USA put forward USPTO's Michael S. Keplinger who would replace Rita Hayes.

“The USPTO [US Patent and Trademark Office] confirms that the US Administration has officially supported the candidacy of Michael Keplinger of the USPTO for a WIPO deputy director position,” said USPTO spokeswoman Brigid Quinn.

Forsche Ahnen

Huch, da sucht man bei meinen Vorfahren herum.

Meine sind natürlich die Bürgerlichen aus Geyersdorf (bei Annaberg) im erzgebirgischen Sachsenlande.

Den mir bekannte älteste Nachweis ist Martin Rebentisch(22.März 1597-28. Dez 1673).

12.4.06

Bundesrat zum EPLA und Gemeinschaftspatent

Das Land NRW unter Jürgen Rüttgers hat eine Vorlage durch den Bundesrat gebracht, die sich intensiv mit Compat und EPLA auseinandersetzt.

In der Begründung heißt es:

In dem Entschließungsantrag werden die wesentlichen Schwachpunkte der bisherigenVerhandlungsergebnisse aufgezeigt, nämlich insbesondere der Verzicht auf das vom Bundesrat stets befürwortete Regionalkammersystem mit der Einbindung der
gut funktionierenden nationalen Patentgerichte zu Gunsten einer zentralen Gemeinschaftspatentgerichtsbarkeit, das teure Sprachen-Regime mit dem Erfordernis von
derzeit 21 Übersetzungen der Patentansprüche und die damit verbundene Problematik
der Rechtswirkungen der (fehlerhaften) Übersetzungen.


Demzufolge ist NRW also gegen einen gemeinschaftlichen Gerichtshof und eine schwache Anwendung des Subsidiaritätsprinzips. Im Antrag selbst klingt das verworrener. Die Medienberichterstattung hat eine ganz eigene Interpretation destilliert, die sich aber meiner Ansicht nach nicht aus dem Text ergibt. Man kann die Kernforderung des Bundesrates ruhig vernachlässigen, weil die nicht besonders praktikabel ist. Deshalb ist das Beiwerk des Antrags der Betrachtung Wert.

Die Betonung der Übersetzungsfrage ist - nicht zuletzt durch das formale Scheitern an dieser Frage - natürlich Teil der Gemeinschaftspatent-Diskussionsfolklore und darf nicht fehlen. Dass die Sprachfrage mehr der Charakter eines Roten Herings hat, ist wohl von NRW noch nicht erkannt worden.

Die folgende Formulierung ist ein meisterhaft formulierter Widerspruch gegen die BMJ Haltung. Statt zu sagen wir wollen deutsch-französisch-englisch, schreibt NRW:
Für die Wirkung des Patents können im Interesse der internationalen Akzeptanz eines europäischen Patents nur die Sprachen maßgeblich sein, die vom Europäischen Patentamt akzeptiert werden oder die im Patentwesen gebräuchlich sind.
Nur dann kann auch das eigentliche Ziel der Harmonisierung des Patentrechts in der EU erreicht werden. Eine Ausweitung der Rechtswirkungen von etwaigen - und auf ein Mindestmaß zu beschränkenden - Übersetzungen ist abzulehnen; diese dürfen im Grundsatz nur eine rechtlich unverbindliche Information darstellen.


Ebenso spitzbübisch:
Der Bundesrat hält einen Fortgang und Abschluss der Verhandlungen über das Streitregelungsabkommen für wünschenswert und erforderlich. Er würde es daher
begrüßen, wenn die EU weiteren Verhandlungen durch die Mitgliedstaaten des EPÜ zumindest parallel zum Gemeinschaftspatent offen gegenüber stehen würde.

Es gibt erhebliche rechtliche Zweifel, ob die Mitgliedsstaaten aufgrund des acquis communautaire solche Projekte parallel zum EU-Rahmen durchführen dürfen/sollten. Ausserdem wird das EPLA weniger von der EU als vielmehr einzelnen Mitgliedsstaaten blockiert, ein EPO-Instrument um in der ComPat-Debatte die Kommission unter Druck zu setzen.

Die Harmonisierungsproblematik findet Erwähnung:
Darüber hinaus besteht aber auch Harmonisierungsbedarf im Hinblick auf die in den Mitgliedstaaten divergierende Spruchpraxis, soweit diese in Grundsatzfragen voneinander abweicht, wie etwa bei der Festlegung des Schutzumfangs eines Patents (nur Wortsinn oder auch sog. äquivalente Lösung). Insoweit bedarf es aber zunächst einer umfassenden und sorgfältigen Informationsgewinnung über die bestehenden Divergenzen und ihrer Gründe.

aber die Ursache EPO wird nicht gesehen:
Für die Patenterteilung ist aufgrund seiner besonderen Kompetenz das Europäische Patentamt berufen. Das Erteilungsverfahren muss jedoch im Interesse der Patentanmelder möglichst effizient durchgeführt werden und kostengünstig sein.

7.4.06

Eier ausblasen bei der Zeit

Bei der Zeit kann man sich an der Umfrage beteiligen:
Vogelgrippe
Werden Sie dieses Jahr zu Ostern Eier ausblasen?
[ ] Nein, ich habe Angst vor infizierten Eiern
[ ] Ja, das Risiko erscheint mir gering

Spiegel knackt W-Lan ohne COBOL

Man erinnere sich an die Steinzeit des Rechners und eines seiner Fossile: COBOL

Matthias Kremp von Spiegel Online verkündet:
Man kann es nicht oft genug sagen: Man braucht weder einen Abschluss in Informatik noch Kenntnisse in COBOL, um in fremde Netzwerke einzudringen.


Hätte mich allerdings schon interessiert wie man mit COBOL "in fremde Netzwerke" eindringen sollte. Wäre jedenfalls recht "unkonventionell".

RIM vor dem US Repräsentantenhaus

Trolle kosten Millionen, wenn man RIM glauben darf, und die Situation in den USA ist für Firmen wirklich verflixt.

Es handelt sich um ein PDF mit dem "Statement of James Balsillie, Chairman and Co-Chief Executive Officer, Research In Motion, Before the Subcommittee on Courts, the Internet and Intellectual Property of The House Committee on the Judiciary On “Patent Quality” April 5, 2006"

Siehe auch folgende Presseerklärung des Repräsentantenhauses.

Einen Video-Stream der Anhörung gibt es auch. Den sollte sich jeder mal anschauen, um einen Eindruck von der Us-Debatte zu bekommen.

US über die EU in Genf

Our concerns with EU policies in this sphere remain from previous discussions in this body. Specifically, we echo the Secretariat's identification in its report that EU rulemaking processes are often perceived by third countries as exclusionary, allowing no meaningful opportunity for non-EU parties to influence the outcome of regulatory decisions.


Statement by the United States,Ambassador Linnet Deily, Wednesday, July 24, 2002

5.4.06

Brian Kahin zur US-Patentreformlage

Brian Kahin von der Universität von Michigan verbreitet seine Gedanken zur US-Reform.

How Washington reinvented invention
We want invention to promote innovation--not invention that rewrites history.

Andere Sprachen

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg verstarb 92jährig am 2.April. Sie war die Frau von dem wohlbekannten Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg.

AP berichtet dazu "Widow of Hitler's Would-Be Assassin Dies".

Would-be, heisst das etwa Möchtegern?

"Es ist Zeit, dass jetzt etwas getan wird. Derjenige allerdings, der etwas zu tun wagt, muss sich bewusst sein, dass er wohl als Verräter in die deutsche Geschichte eingehen wird. Unterlässt er jedoch die Tat, dann wäre er ein Verräter vor seinem eigenen Gewissen.", so wird der von Stauffenberg zitiert.

"Neben den Geschwistern Scholl gilt Stauffenberg bis heute als Symbolfigur des deutschen Widerstandes.", so stellte das ZDF unlängst fest. Die BBC hat mal wieder die besten Grafiken. Der Artikel heißt ausgerechnet "Honouring a would-be assassin". Und es wird deutlich, dass der Anschlag zwar sein Hauptziel verfehlte, aber einige gewichtige Personen im Generalstab traf. Ein unglücklicher Anschlag, aber bekanntlich ein moralischer Gewinn.

Den Angehörigen seiner verstorbenen Witwe gilt mein herzliches Beileid.

3.4.06

Lonien - das Baby, das ich meine

Du bist Deutschland. Deutschland bist du jetzt auch in deutscher Sprache. Oder: Du bist Deutschland und sprichst deutsch. Wußte ich schon. Danke, dass man es mir sagt.

http://www.wortpatenschaft.de/ heisst das lustige Projekt, in dem man Patentschaften für arme deutsche Wörter übernehmen kann. Wie das Baby Lonien und drüber die Babybadewanne. Ja, auch NRJ(!) Bremen übernimmt die Wortpatentschaft für "Moin". Das ist aber gar nicht deutsch, sondern friesisch. Man sieht, es lohnt sich für die deutsche Sprache einzutreten. Leider mag der Veranstalter, der Verein deutsche Sprache, einer anderen Blüte unserer deutschen Kultur gar nicht so gern: Das Denglisch. Wer will einen Verein zur Rettung des Denglisch gründen?

Die Macher der Kampagne von Medflux schreiben:
"Wer die Sprache beherrscht, herrscht." Bildsprache und Körpersprache zählen dazu. Wir beherrschen diese (und andere) Sprachen - für Sie; mit uns sprechen Sie die Sprache Ihrer Kunden.


Auf Denglisch wär es schöner gewesen. Ma schnell gucken, ob "Werbungsgesülze" noch frei ist...

Konsultation zum EU-Gemeinschaftspatent verlängert

Die Konsultation der Europäischen Union zum Gemeinschaftspatent wurde auf den 12. April 2006 verlängert. So hatte es Nooteboom Benjamin in einem Mail versichert. Nun auch ganz offiziell auf der Website.

Es geht um die Themen Gemeinschaftspatent und EPLA.

Die Schlange vor der Tür

"the line keeps getting longer out the door", so sieht man es beim USPTO. Der Grund ist der sogenannte "examination backlog", über den sich die US delegation jüngst bei der WIPO bitterlich beklagte.

1.4.06

Mike Sax is back

Reuters wrote: "Microsoft claims EU breakthrough, rivals sceptical
Fri Mar 31, 2006 2:59 PM ET"

Microsoft was not without its supporters at the hearing.

The Association for Competitive Technology,..., said the Commission's demands were unreasonable. "As a software engineer with 12 years of experience ... I know that search for perfect documentation is a search for the Holy Grail," said ACT's president, Mike Sax. "It is equally true that perfect documentation has never been necessary to create interoperable software," he said.


... oh well ...

I remember another EU hearing with Mike Sax and observers from the Commission's DG Competition in the audience. Here is a little piece I found, written by Mike Sax, about the history of ACT. Jonathan Zuck is probably the best known representative of ACT.

The current state of Microsoft public affairs at the EU is a horrible mess, an intercultural clash so to speak. Either a complete loss of reality or a weird strategy to win support of DG Competition by not listening to blunt messages between the lines. What a good idea to get the US embassy involved as Reuters reported... tse, tse. And now a "breakthrough" is announced as they still mistake the EU for a bazaar trade. But who knows...

25.3.06

Lifter, flugs weg

Und es fliegt so... komisch

23.3.06

C64 mit Webbrowser

Das gibt es doch nicht, sogar für den C64 gibt es jetzt einen Webbrowser mit CSS Unterstützung.

22.3.06

NYTimes on US Patent reform

New York Times has an editorial piece about the US patent reform.

Meanwhile, profiteers, including lawyers and hedge funds, have turned the very purpose of patent rights — to encourage people to invent and produce — on its head, using them to tax, blackmail and even shut down productive companies unless they pay high enough ransoms. These so-called patent trolls have emerged as the villains in this intellectual property debate.


Ich fragte mich vor einem halben Jahr, ob die Bezeichnung Patenttroll, die von einem Intel-Manager stammt, vielleicht zu jargonhaft sei. Jetzt ist sie im Mainstream. In den USA ist einiges in Bewegung und es ist faszinierend zuzusehen, was dort passiert.

Zypries gegen Bagatellklausel

Die Bagatellklasusel für p2p ist draussen. Solange ich weiterhin p2p-netze für legale Sachen nutzen kann, ist mir das aber auch egal. Seltsam nur, wenn man bedenkt, welcher Volkssport die Nutzung dieser Übertragungsmittel für unautorisierte Inhalte geworden ist.

Gates wie Grippe

Noch ein interessanter Bericht von gestern. Irgendwie scheint jeder derzeit von der Grippe betroffen zu sein, mich traf es am Sonntag, Montag war im Eimer, Dienstag musste ich früh raus für einen Termin in den Niederlanden, Dienstag abend klatschte ich um neun ins Bett und bin heute wieder bettschwer.

TGdaily schreibt:

It's not as though prominent business executives shouldn't be allowed the occasional bad day, or that they're immune from the occasional ailment that afflicts an ordinary person, such as a stomach flu, a migraine, or the deep, sinking feeling that your country is slipping away from you.


und weiter

It could be that the man might just have needed an aspirin, or a nap, or a break ... But the historically unflappable, invariable Bill Gates generally gives us very little that's new to ponder over; ... For the first time in years, other players are setting the rules, and Microsoft is choosing not to play by those rules. All of a sudden, Microsoft finds itself the outsider, the holdout, the would-be up-and-coming player, and Bill Gates finds himself playing the role of the conservative stalwart, resistant to change, impervious to the winds of history.


Für alle, die noch bei bester Gesundheit sind, einfach mal den ganzen Artikel lesen. Mein Artikel des Tages... Mal sehen, wie die Fussballpartie heute wird.

SZ: Wenn Klinsmann träumt

Die sueddeutsche schreibt schon mal zwei Drehbücher für das Spiel gegen die USA.

Vista erst 2007

Na also, jetzt soll Windows Vista im Jahr 2007 rauskommen, da liege ich doch schon ziemlich nahe. Den IE7 beta2 habe ich mir heute herunter geladen. Sehr schnell im Rendering. Benutzeroberfläche überzeugt aber nicht. Ich bleibe lieber bei FF.

20.3.06

Seltsames Treiben in Brüssel

In Brüssel ist zur Zeit TACD-Konferenz. TA steht für Transatlantic. CD nicht für die Silberscheiben, sondern für Consumer Dialogue. Und natürlich kommen ganz seltsame Positionen, wenn eine amerikanische Konsumentenrechtlergruppe, in Europa ihre Debatte aus der Retorte zimmert. Auch Bruce Lehman ist da, der Bruce Lehman, und hält mittlerweile TRIPs für einen Fehler. Mehr bei Ian Brown.

15.3.06

Lissabon Strategy Report

So sollte es aussehen:

43. Stresses the need for reforming the current intellectual property rights legislation; notes that the cost of registering a patent in the EU varies between € 37 500 and € 57 000 while the same process only costs around € 10 000 in the USA and that the length and complexity of the patent procedures are major obstacles to small SMEs; calls on the Commission to ensure proper protection of
intellectual property rights and to present as soon as possible a proposal for harmonisation and mutual recognition of patent laws in Member States to create greater legal certainty and promote innovation;


Und nun sieht es so aus:

43. Stresses the need for reforming the current intellectual property rights legislation; notes that the cost of registering a patent in the EU varies between € 37 500 and € 57 000 while the same process only costs around € 10 000 in the USA and that the length and complexity of the patent procedures are major obstacles to SMEs; calls on the Commission to ensure proper protection of intellectual property rights and to present as soon as possible a proposal for harmonisation of patent laws in Member States to create greater legal certainty and promote innovation;


Das war's dann wohl, MEP Lehne!

6.3.06

USB Sticks als Zwischenspeicher???

Vista unterstützt angeblich auch USB Sticks als Zwischenspeicher. ... Und zwar: zur Beschleunigung!? Siehe dieser ct Artikel von der CeBIT.

5.3.06

Warum jetzt?

Die WAMS denkt in Sachen Bagdad Hilfe um die Ecke.

3.3.06

Zusammenfassung von gestern WIPO SPLT Open Forum

Eine zutreffende Zusammenfassung der Diskussion von gestern beim WIPO SPLT Open Forum habe ich gerade gefunden. Unter anderem Hinweis auf die Beiträge von Reichman, Nobelpreisträger Sulston, Xintian und anderen.

Sulston erwähnte auch, er bekomme oft Post von Studenten, die ihn fragen wie man den Nobelpreis bekomme. Sir Sulston tritt für forscherische Leidenschaft ein, das Karussel der Auszeichnungen hängt er dagegen tief. Dazu komme man dann einfach.

Not broken

"In my view it is not a broken system", sagt gerade Nancy Linck, die Vertreterin der Bioindustrie über US-Biopatente(*). Das gibt vielleicht einen Eindruck vom Tenor in diesem WIPO SPLT Open Forum. Linck spricht mit einer Stimme, die einer Totengedenkfeier würdig wäre.

Faszinierend zu sehen, wie die USPTO Delegation mit ihren Blackberrys herumspielte. Ich habe noch nie so viele von den kleinen Devices gesehen wie hier.

Mehrere Vertreter der Pharmaindustrie betonten in ihren Kommentaren die Eigeninteressen der Patentinstitutionen, die den Interessen der Industrie zuwider liefen.

Sir Sulston vergleicht das mit öffentlichen Versuchen die Polizei nach der Zahl der Verhafteten zu bezahlen. Joseph Straus spricht dagegen vom guten Willem der Akteure im Rechtssytem, die über die Grenze gucken. Er denkt, dass das Patentrecht derzei unrecht sei, weil Traditionelles Wissen nicht ausreichend anerkannt werde. Er verteidigt das Patentsystem gegen generelle Kritik. Alle Patentinstitutionen sollten sich aber über intrainstitutionelle Anreize bewusst sein.

(*) In diesem Bereich kenne ich mich nicht aus, und kann auch nichts dazu sagen.

Gegner? WIPO SPLT Open Forum

Die Journalistin Monika Ermert von Heise, die in der Reihe vor mir gerade tippt, bezeichnet mich in ihrem Artikel von gestern als Repräsentant von "Gegnern". Ich definiere mich nicht "negativ". Ich komme mir auf diesem SPLT Expertenforum der WIPO ziemlich moderat vor. Eine Punkt meiner Agenda, den ich hier vertrete, ist eine stärkere Rolle von Ökonomen im Bereich der SPLT Diskussion. Ich glaube, dass sich mit dem SPLT Prozess sehr viel erreichen kann, wenn auch einige - noch nicht entschärfte - Fallen lauern.

"Am Ende kommt es sehr darauf an, wie das genau verhandelt wird", sagte Rebentisch. [ich sei] erstaunt, wie wenig konkrete Fortschritte das Forum und auch frühere Konferenzen bisher auf grundsätzliche Fragen gemacht hätten. Einigkeit über die Definitionen, wie genau – und dann auch global – der "erfinderische Schritt" zu definieren sei, steht daher ebenso aus wie eine einheitliche Auslegung, was für eine komplette Offenlegung erforderlich ist.


Ich werde das wohl noch etwas näher ausführen demnächst. Mein Eindruck war, dass relativ grundsätzlich, wenn auch auf sonst unbekannten hohen Niveau, über Definitionen geredet wurde, die unterschiedliche angewendet werden, ohne dass diese konkret heruntergebrochen werden, so dass ihre Operationalisierung nicht abgeschätzt werden kann.

Da Vinci Fall

Antonis kommentiert diesen NYTIMES Artikel über den Fall 'Da Vinci Code' gegen den Bestsellerautor Dan Brown:

If the article's presentation is accurate, then we have some people who instead of exploiting the Da Vinci Code's popularity into selling a bit more of their book, go and sue Dan Brown over claims that can't stand in court. I can also start to claim that I'm actually Napoleon Bonaparte and go sue the historians who claim that I died. It wouldn't be alarming, unless I won the trial, which would be very unlikely.

27.2.06

Freuds Lehre alles andere als tot?

Vor 150 Jahren wurde der Erfinder der Psychoanalyse geboren. Seine Lehre ist alles andere als mausetot Von Elisabeth von Thadden


Und dann schreibt sie, warum wir zurecht nichts oder nichts wieder mehr von dem Psychoanalytiker halten. Ich habe gestern zufällig einen Text von Freud gelesen über das Unheimliche mit einer einfach unheimlichen Argumentation. Eine These aufstellen, sich auf empirische Wahrheit der These berufen, den Einwand zitieren und sie dann bekräftigend ad nauseam wiederholen. Unmöglich!

Hingegen mahnt uns die psychoanalytische Erfahrung daran, daß es eine schreckliche Kinderangst ist, die Augen zu beschädigen oder zu verlieren. ...


Er springt nun vom Kind zum Erwachsenen, nutzt den Ödipusmythos und setzt damit die Kastrationsangst mit der Augenangst in Verbindung. Nicht schwer mit Ödipus. Nun die blasse Strohmannargumentation gegen seine Gegner:

Man mag es versuchen, in rationalistischer Denkweise die Zurückweisung der Augenangst auf die Kastrationsangst abzulehnen; ...
Man wird damit doch nicht der Ersatzbeziehung gerecht, ... und kann dem Eindruck nicht widersprechen, daß ein besonders starkes und dunkles Gefühl sich gerade gegen die Drohung, dass Geschlechtsteil einzubüßen, erhebt, und daß dieses Gefühl erst der Vorstellung vom Verlust anderer Organe den Nachhall verleiht. Jeder weitere Zweifel schwindet dann...


Jedenfalls schwindet er, wenn man auf den Schwindel reinfällt.

Kommentar ist nicht gleich Kommentar

Das musste erst gesagt werden:Kommentar ist nicht gleich Kommentar. Denn

Wo es keine freie Meinungsäußerung gibt, wo Dissens mit Folter und Gefängnis bestraft wird, kann es keine eigentlichen Zeitungskommentare geben. Solche Kommentare sind vielmehr als Stellungnahmen von staatlicher Seite zu betrachten: als Propaganda des Regimes.


Das ist nun zwar richtig. Aber immerhin erfährt man, was die offizielle Propaganda gerade ausbrütet. Und ein Kommentar der Staatspropaganda bleibt ein Kommentar. Vor allem kann ein Kommentator in einem autoritären Staat auch dem offiziellen Regímewillen vorgreifen, wenn die Meinung noch nicht gefestigt ist.

Architektonik

Die Architekturfans der Zeit mit neuen Abrissplänen.

Science Fiction?

Die Amerikaner sind dabei einen ganz komischen Vogel zu entwickeln. Ein Flugzeug für die Navy, das unter Wasser starten soll.

Radio für Weissrussland

Die EU unterstützt ein Radio für Weissrussland, denn die Bürger in Weissrussland sollen bald wählen. Aber was macht man, wenn die Medienfreiheit im Lande ingeschränkt ist? Radiowellen aus dem Ausland natürlich. Da kann man nur hoffen, dass demnächst nicht Weissrussland über den Äther zurückschlägt, und uns seine Sicht über EU-Politik präsentiert.

25.2.06

Giovanetti brennt der Arsch

Vor einigen Tagen erfuhr ich, dass es bei der WIPO einen Lobbyisten namens Thomas A. Giovanetti vom "Institute for Policy Innovation" gibt, der es als seinen Job versteht, andere akkreditierte Stekeholder in seinem Blog zu verunglimpfen. Als Europäer kann ich mit der äußeren amerikanischen Rechten nicht viel anfangen, irgendwie passen die nicht in unser politisches Spektrum, wirken ungebildet, chauvinistisch und unangenehm. Als Lobbyisten in Europa sind solche Leute eine Katastrophe für ihre Auftraggeber aus der amerikanischen Wirtschaft. Das werden wohl auch die WIPO Delegationen im Falle Giovanetti so sehen.

Nun lese ich von Tom Giovanetti: "It’s Not About Abramoff - The “scandal” involving conservative writers is about politics, not ethics." in der National Review. So schreibt einer, dem der Arsch brennt! Im Fall Abramoff geht es um einen amerikanischen Lobby-Schmiergeldskandal, der jenseits des Atlantiks große Wellen geschlagen hat.

Er verteidigt Peter Ferrara. Der wird anderswo zitiert:

The story also named Peter Ferrara, of the Lewisville, Texas-based Institute for Policy Innovation. Ferrara who admitted to receiving money from Abramoff, was at first quite cavalier about the situation: "I do it all the time," he said. "I've done that in the past and I'll do it in the future."

22.2.06

Keine Witze

Keine Witze bitte. Sonst könnte man was missverstehen.

20.2.06

Rasenmähen mal anders

Rad'enmäher?

Russ-tikale miniaturen

Garnierte visuelle Alpträume.

18.2.06

Internet Governance Forum in Genf

Ich habe gerade zufällig einen Blogbeitrag von Aaron Seigo gelesen. Er ist tätig im KDE Projekt, das die grafische Desktopumgebung für unixartige Betriebssysteme gestaltet, die auch ich gerne nutze. In seinen Reflektionen stolperte ich über diese treffliche Zeile zu seinem Projekt:

...we have amazing people who are doing hard work. not always glamorous, not always with a big shiny logo and a huge marketing push. just getting shit done.


Es ist genau dieser Pragmatismus, der 'Technical Governance' auszeichnet. Wie komme ich nun zum Internet Governance Forum der Vereinten Nationen? Vielleicht, indem ich zitiere, was Norbert am zweiten Tag (17.2.2006) den Diplomaten an den Kopf geworfen hat:

I would like to react to the statement of Brazil that the Internet Governance Forum could take many days so that we can wait -- so that we can afford to waste an entire day. I would like to emphasize that technical experts don't think that way. If a lot of patience for political speeches is required, they will simply not come. ... And for this reason, I would suggest to schedule the Internet Governance Forum back to back with a technical conference which is of interest to the leading thinkers that everybody has been emphasizing should be attracted to the Internet Governance Forum. And such technical conference would also give diplomats and everyone else here the opportunity to set your feet into the world of how technical experts think and interact with each other.


Ganz im Ton des früheren Artikeltitels von Kleinwächter: Quatschbude oder Kreativstube?

Danach, in der Nachmittagssession machen sich produktive Auflösungserscheinungen bemerkbar.

16.2.06

Stern: bei 100 000 Toten droht Rezession

Nach einer Modellrechnung des Essener RWI-Instituts würde eine mittelschwere Epidemie mit 100.000 Toten wirtschaftliche Schäden von etwa zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) anrichten. "Das würde zu einer Rezession führen"


Irgendwo fehlts doch da, oder?

Noch mehr zur Vogelgrippe

Ein Sternartikel mit Karte der Zugvögelrouten. Und:
Von 40 geprüften Proben sei in zehn Fällen der Erreger H5N1 nachgewiesen worden, teilte der Arbeitsstab der Landesregierung in Schwerin mit.

160 000 Tote?

Im Falle einer Übertragung auf den Menschen rechnet man mit 160 000 Toten in Deutschland.

Vogelgrippe in Deutschland

Kompliziert geschrieben ist es ja,

Bei den beiden verendeten Schwänen von der Insel Rügen hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) das gefährliche Virus H5N1/Asia nachgewiesen.


aber am Ende lässt der Artikel die Katze aus dem Sack.

teilte Seehofer in einer Regierungserklärung zur Vogelgrippe mit

15.2.06

Jagdunglück

US-Vizepräsident Dick Cheney verletzt einen Jagdfreund mit der Schrotflinte und worüber beklagen sich die Medien?

Why wasn't the Vice President interviewed until the next morning?

11.2.06

Deppenapostroph's hat's Klick's gemacht

Ein Bischof stiehlt den BIT Informationssystemen mit seiner Inklusionsrede die Schau. Dabei hat diese Firma
den Klick-Preis bekommen für ihre Präsenz im Internet. Unter über 300 Bewerbern ausgewählt. Und der Bischof, der hat halt eine kleine Rede gehalten.

Gleich auf der Startseite zeigen die BIT Informationssysteme, dass sie Humor haben:

Mehr BIT Info's


Innovativer Umgang mit der Sprache ist eine Prämie wert.

9.2.06

Kaffeesäcke gegen Wüstenbildung

Kaffeesäcke, die gegen Wüstenbildung beitragen sollen. Aus den Säcken spriesst lokales Kraut und verwebt sich mit dem Boden. Nur: Wer soll die Säcke tragen?

WIPO HLF: Patent Examination problems

JPO/WIPO High Level Forum on IP Policy and Strategy in Tokyo, 2006-01-25/26:

Very intresting contributions (from the JPO report):

a) US delegation: Don't follow us

The delegation of the U.S. noted that the U.S. had been dealing with its examination backlog on its own by employing more examiners but such a way of solution was not a sustainable one, was a waste of R&D human resources, and that developing countries should not model after this method. It stressed that countries should promote mutual exploitation of search/examination results.


b) EPO: Office automation had been reaching its limit

EPO also mentioned that its productivity enhancement measure using the office automation technology had been reaching its limit, and that search/examination cooperation with other IP Offices was essential.


Note: Mutual exploitation of search/examination results requires international harmonisation and standardisation.

8.2.06

Keine Telegramme

Was sind denn eigentlich Telegramme? STOP Ach ja STOP

Bei Western Union gibt es den Dienst jetzt nicht mehr. Und niemanden stört es.

wIE EIN EINHOrn falten

Das Einhorn zum fAlten Und GANz beSTIMMT nicht DAs LetzTe....

Mammutskop

Es ist ein Mammut!

7.2.06

Wo wir schon mal bei ihm sind

Ja, mit dem bösen Google habe ich doch glatt eine Broschüre von ihm gefunden, bei der den Verantwortlichen einer herausgebenden Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen z.B. die Schamesröte im Gesicht stehen könnte.

Verantwortlich: Prof. Dr. Marcel Machill


steht im Text. Norbert Schneider hat ein obligatorisches Vorwort beigesteuert.

Eine gute Recherche kann bei Google beginnen, aber sie darf nicht bei Google aufhören.

Das Weblog als Schulbank des Liberalismus

Der "Internetexperte" Marcel Machill äußert sich im Tagesschauinterview über Feedback aus der Blogger-Community zu seiner Meinung über Weblogs:

Vor einigen Wochen habe ich in der "Leipziger Volkszeitung" ein kurzes Interview zum Thema Weblogs gegeben und dort genau das Gleiche wie hier gesagt. Dieses Interview wurde in mehreren Weblogs heiß diskutiert - manche Blogger haben extrem beleidigt und beleidigend auf meine Aussagen reagiert.(1)


Wie wäre es da, sich einmal zu überlegen, ob man in Zukunft etwas anders erzählen soll? "Lernkurven" gibt es auch für Professoren und es ist nie zu spät. Vor allen Dingen ist es ausgesprochen unhöflich, selbst auszuteilen und nicht einstecken zu können. Liberales Denken kann gelernt werden.

Da wird mir beispielsweise unterstellt, dass ich wahrscheinlich uralt sei und keine Ahnung vom Internet hätte.


Während die zweite Aussage die freundlich frappierende Offenheit im Gesicht trägt, lässt sich natürlich recherchieren, wie alt der Herr ist, aber Vorsicht:

Eine gute Recherche kann bei Google beginnen, aber sie darf nicht bei Google aufhören.

Dass zweitklassige Journalisten schlecht recherchieren, liegt bestimmt nicht an Google. Wie viel Informationen in der Presse können dank Google-Profis richtig gestellt werden? Ich hatte aus der PR-Perspektive mal die Formel aufgestellt, dass 40% aller Nachrichten sachlich fehlerhaft oder ungenau sind, ganz gleich, ob in deinem Sinne oder gegen deine Interessen gerichtet.

Wie viele Zeitungsleser kommentieren und korrigieren die Presselektüre, ohne dass es je ein Redakteur erfahren wird oder kann!



(1) Bei Google Blogsearch finden wir viele treffliche Kommentare. Zu diesem Tagesschau-Interview schrieb Marcel Bartels:
Gerade gelesen, gut gelacht und schon gebloggt. ... Clever gemacht, wie Prof. Marcel Machill den Begriff Pseudojournalismus bald genauso eng an seinen Namen bindet, wie dies Prof. Jean-Remy von Matt mit dem Begriff Klowand bereits gelungen ist.

Fliegende Spaghetti

Warum nicht mal Italien boykottieren, um das Spaghettimonster zu ehren? Andererseits,...

5.2.06

Bei Spiegel.de darf jeder ran?

Uijuijui:

"und auch die Gerichte fanden: soviel Meinungsfreiheit muss sein, damit die Islamis endlich mal kapieren, wo hier der Hammer hängt."

"Jürgen Gottschlich, Istanbul", wer hat den denn eingekauft?

Der schrieb schon mal für die taz: "Syrien walzt seine Kurden nieder"

Bei Bol gibt es ein Buch von dem Autor.

Digitales Liedarchiv: "Digital Tradition Songs"

Das ist ja ein Ding. Lauter interessante anglophone Volksweisen aus dem Internet. Oder auch was Deutsches: "Die Gedanken sind frei":

Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten?
Sie fliehen vorbei wie naechlichte shaten
Kein Mensch kann sie wissen, kein Jager ershiessen
Es bleibet dabei: die Gedanken sind frei!


Da bin ich doch sofort dabei: tilgt das "sch"-C!

Doch alles in der Still, und wie es sich shicket

Wär das nicht shön! Mit naechtlichte Jagergruesse,

André

3.2.06

Disput ist gut

Thomas Leif kübelt ewiggestrige Kritik über die Blogger im Internet:
Die meisten Blogger sind von ihrer Selbstdefinition her viel subjektiver als jeder seriöse Journalist. Während ernsthafte Journalisten zumindest versuchen, objektivierbare Kriterien einzuführen, sind viele Blogs von einer Hypersubjektivität getrieben.
und noch schöner
Viele Blogs sind gespickt mit Anfeindungen, Unterstellungen und systematischer Provokation. Es werden beispielsweise bewusst andere niedergemacht, ohne dass der Blogger jemals persönlich mit ihnen in Kontakt getreten ist. ... Dem Großteil der Blogger geht es eben nicht ernsthaft darum, einen Sachverhalt aufzuklären oder einen Vorgang zu analysieren. Die meisten präsentieren nur einen privaten Tabledance.
Möglicherweise demonstrieren die jüngsten Vorgänge in Dänemark wie wichtig die Subjektivität ist, und was passiert, wenn eine Kultur der Objektivität als Schein eine Disputkultur verhindert. Die Unfähigkeit zum Disput schlägt sich dann in den Äusserungen von Gralshütern marke Leif oder spontanen Gewaltausbrüchen nieder. Den Streit zu lernen und den Dissenz auszuhalten, das ist wichtig. Die Subjektivität ist immer an das Prinzip der persönlichen Verantwortung gebunden, aus der sich der Scheinobjektive stehlen will.

Auch Kofi Annan zeigt uns seine kulturellen Wurzeln.

29.1.06

Truth50

Tut mir leid, Florian, bei allem Respekt für Deine Entscheidung mit dem EV50 Preis. Diese neue Kampagne ist wirklich lächerlich.

28.1.06

Psyops sind lustig

Die Propaganda hat für mich großen Unterhaltungswert, die macht richtig Spass. Auf \. wird zu einem BBC-Artikel verlinkt über einen US-Militärreport:

Perhaps the most startling aspect of the roadmap is its acknowledgement that information put out as part of the military's psychological operations, or Psyops, is finding its way onto the computer and television screens of ordinary Americans. 'Information intended for foreign audiences, including public diplomacy and Psyops, is increasingly consumed by our domestic audience,'

Psyops sind die sogenannten psychologischen Kriegsführungstaktiken. Also so etwas wie Flugblätter. Ich war damals begeistert über die US-Flugblätter, die man von einer Army-Seite abrufen konnte. Mehr Psycho, weniger Feuerwerk mag man sich wünschen. Die Army hat einen großen Fan. Visuell ausserordentlich inspirierend. Wenn auch der Irakische Informationsminister die bekannteste (tragische) Figur in der Propagandaschlacht war.

24.1.06

Google News

Google News ist nicht mehr in der beta-Phase!

Kaefer argumentiert pro-swpat.

David Kaefer erklärt auf VNUNET, warum Microsoft Patente auf Software brauche.
Secondly, a good patent system encourages people to share IP and promotes more interoperability.
Dieses Argument ist neu. Ob es stichhaltig ist, das kann man wohl bezweifeln. Interoperabilität ist ein sehr wichtiger Punkt in dem Markt. Mir ist aber schleierhaft wie der Beitrag zu Interoperabilität aussehen soll. Vermutlich ist das Argument eine Anwendung der Offenlegungslehre.

Interessant ist, dass er der ganz direkten Frage ausweicht:
So why is Microsoft in favour of software patents?
If you look at previous economic shifts, this same debate has surfaced...but instead competition and innovation improved as firms developed a licensing culture where they didn’t exclude other parties, but rather used patents as a currency to trade with.
Daraus kann man schliessen, dass es auch in diesem Hause keine solide ökonomische Fundierung gibt. Das historische Argument ist schwach.

23.1.06

EPO Fallrecht

Von der EPO gibt es eine interessante Zusammenstellung ihres Fallrechtes. Ab Seite 31 des riesigen PDF Dokumentes(über 600 Seiten) geht es um Software. Ferner gibt es am Ende ein Stichwortverzeichnis.

GPLv3 Diff

Die FSF will dem Netz eine neue GPL zumuten, die Version 3. Ich habe den ersten Entwurf schon reichlich auf der Brüssel-Mailingliste verrissen. Nun gibt es einen Diff zwischen GPL2 und dem GPLv3-Entwurf. Sehr nützlich.

13.1.06

Zwiebelfisch: Verneinung

Ach nein, die Negativität in der deutschen Sprache. Verdoppelt besonders schwer für die Logiker. Die Zwiebelfisch-Kolumne von Spiegel.de ergreift Partei für die zweifache Verneinung.

It's funny - Laugh!

Einen Monat ist es her, dass das Europäische Parlament unter Führung seiner Mehrheitsfraktionen die umstrittene Vorratsdatenspeicherung abgesegnet hat. Nun melden sich einige Parlamentarier zur Verteidigung:
Laut [EVP-MdEP Herbert] Reul haben die Parlamentarier sichergestellt, dass die gigantischen Datenmengen über das elektronische Kommunikationsverhalten der 450 Millionen EU-Bürger "geschützt werden".
...
Wäre es nach dem Ministerrat gegangen, [so MdEP Evelyne Gebhardt (SPD)] "hätten wir jetzt ein Instrument, das die Speicherungspflicht für Daten auf drei Jahre vorschreibt, die unbeantworteten und erfolglosen Anrufe einbezieht, ebenso die aufgerufenen Internetseiten sowie die Bestimmung von Standortdaten zu Beginn und zum Ende einer Kommunikation, durch die ein Bewegungsprofil erstellt werden könnte."(*)

Nein, das ist kein Zynismus. Sie wissen nicht, was sie tun. Schon in der Debatte klangen einige Stimmen sehr schrill und deplaziert. Vollends wurde die Ahnungslosigkeit bestätigt, als das Parlament gleich nach der Abstimmung über die Vorratsdatenspeicherung den Sacharow-Preis für geistige Freiheit an Reporter ohne Grenzen und Advokaten der Meinungsfreiheit aus der Dritten Welt verlieh, die zur Krönung Lobeshymnen auf das Europaparlament anstimmten. Kein Zynismus - wie gesagt. Es darf gelacht werden.

Mal sehen, wann die Verfassungsgerichte den "Schutz" kassieren werden.


(*) Der ausgebootete Berichterstatter Alvaro (FDP) stellte als sich der Deal abzeichnete klar:
But, to make it quite short: they ripped us off. ...we are beyond the stage at a certain point, because ... there has been an agreement between the PPE and the PSE, ...I mean, Council delivered something which they call "Well, this is our text, this is what we want. And this is what you take or we won't have a deal." By some convincing arguments which I don't understand and I don't know, Mr. Pöttering and Mr. Schulz were very convinced by what Charles Clark said. I wasn't attending that meeting, I wasn't there, I don't know what he offered and what he said. But it must have been very convincing, because now, both two groups are willing to amend the Commission's directive 100% the way that Council demands it, from the text we have, i.e. the version of 2 December.

10.1.06

Abramoff Lobbyingskandal: DeLay politisch erledigt

Amerika wird von einem Lobbyingskandal erschüttert, in derem Mittelpunkt ein Herr Jack Abramoff steht, dem genau das vorgeworfen wird, was der Laie für Lobbyismus hält: Die Bestechung von Politikern. Das hielt neulich jemand bei meinem Vortrag in Berlin für die Essenz des Lobbyismus und ich korrigierte ihn. Dennoch kommen solche Fälle natürlich vor.

Seriös wird zum Beispiel im New York Times Artikel über den Fall Abramoff berichtet, der ein wenig hochgespielt wird. Wie beim Fall Hunzinger ist diese Berichterstattung natürlich Gift für das Geschäft. Abramoff ist wie Hunzinger wie Schreiber "verbrannt".

Und: Abramoff hat ausgesagt.

Politisch unter Beschuss stand vor allem der Republikaner und ehemalige Mehrheitsführer Tom DeLay, den Abramoff schwer belastete. Im Eifer der Debatte erkundigen sich die Journalisten bei Kollegen im Lobbygeschäft. So zitierte sogar USA Today schon einmal über DeLay:

"DeLay knows that reciprocity is the strongest norm in Washington," said James Thurber of American University. "The clients know they have a relationship and that they have to come up with the money. It's very clear to them, and they do it."

"He is very good at keeping people as part of his extended family," said Stuart Roy, a former DeLay spokesman who is at the lobbying firm DCI Group. "It gives him additional reach and additional eyes and ears."

Auch im Washington Monthly wurde schon im Oktober vom Washington Monthly sein Fall angesprochen und sehr treffend ein anderes schwarzes Schaf geschoren, das soeben bereits erwähnt wurde. Weil es so treffend ist:
If there is a center to Washington conservative dark arts, DCI is pretty much it. .... DCI's founder is Thomas Synhorst; his expertise lies in “astroturfing”—developing fake grassroots groups to front for conservative and corporate causes—and “push-polling,” a subtle technique that can impart damaging information about a rival candidate in the guise of a hypothetical question for a poll.

Öffentlichkeit ist interessant und gefährlich zugleich für diese Akteure. Denn diese Form des Lobbyismus verkraftet es nicht besonders gut, wenn man über Aktivitäten und Akteure spricht. Deshalb kann das Bloggen über diese Organisationen, insbesondere meinen Liebling DCI nur von Vorteil für die Seriösität sein. Über das Thema Astroturfing habe ich vor längerer Zeit mal einen kleinen Text geschrieben. DCI ist nicht besonders gut darin und wie die u.a. Zitate oben illustrieren auch nicht für ihre Diskretion bekannt. Merkwürdig ist vor allen Dingen, dass andere Lobbyisten sich sehr öffentlich nun von DeLay und Abramoff distanzieren.

Tom DeLay jedenfall ist jetzt nach der Aussage von Abramoff "weg vom Fenster". Ob der Skandal weitere Kreise zieht, wird an der Berichterstattung in diesen Tagen liegen. Es ist nicht unwahrscheinlich.

2.1.06

22c3 -- noch ein paar Worte

Nun bin ich schon einige Tage zurück aus Berlin, die Eindrücke haben sich gesetzt, das neue Jahr ist da, aber ich will dann doch noch kurz ein paar Worte verlieren. Zunächst einmal habe ich aussergewöhnliche, inspirierende Leute getroffen, mit deren Anwesenheit ich nicht gerechnet habe: Marcus Dapp ETH, Felix Klee, "Ulrich Langer", Johan und viele andere mehr. Die Vorträge und Veranstaltungen waren dagegen sekundär. Von der zweiten Veranstaltung, die von Tonnerre bewerkstelligt worden war, sind mittlerweile Filmdokumente im Netz. Leider ist die Struktur der Veranstaltung total ausgefasert, denn wir hatten 15 Minuten von der knappen Zeit verloren, und mussten improvisieren. Der Monitorausgang meines Notebooks funktionierte nicht, aber Tonnerre war in der Lage das Problem zu beheben. Besonders, dass wir für Fragen keine Zeit hatten, sehe ich als echtes Problem an. Als ich mir das Video noch mal angeschaut habe, und positive Reaktionen von Benjamin aus Belgien bekam, war ich schon hinweggetröstet.

Positiv auch die vielen anderen Person2Person Gespräche. Die Wikipedia-Leute setzten gleich ein paar Hebel in Bewegung als ich sie auf eine EU-Konsultation in Kenntnis setzte. Auch auf den ersten Vortrag, von dem leider (bislang) keine Aufnahmen vorliegen, gab es recht positive Reaktionen, was mich freut. Ich möchte noch ein weiteres Paper zum Thema schreiben, weil ich hier wirklichen Bedarf sehe. Das verdeutlichten auch zahlreiche andere Vorträge auf dem Kongress.

Viele Eindrücke, viel Anregung. Danke Berlin!

Osthoff auf Heute: Präsentationszwang

Eines der interessantesten Interviews des Jahres führte das ZDF mit Susanne Osthoff, die im Irak entführt worden war. Interessant ist es, weil es an die Phase vor der Fernsehdemokratie erinnert, als es noch untrainierte Politiker im Fernsehen zu sehen gab. Sogar der Normalbürger verhält sich heute medienprofessionell. Susanne Osthoff sperrt sich gegen den Interviewstil und sein Schema, widerspricht den Fragen. Das ordnet das ZDF so ein, dass es dem deutschen Fernsehzuschauer nicht zugemutet werden könne. Ich wünschte mir mehr Interviews dieser Art, die das Schema der Medienprofis brechen. Gerade weil Medienprofis ihre eigene Interpretationswelt durch ihre Vorgehensweise generieren und sich ihre Experten mit medienkompatiblen Botschaften hinbiegen. Denn vieles, was gesagt werden kann, passt nicht in das Schema. Und ich wünsche mir die Mündigkeit der Zuschauer unformatiert einem Menschen zuzuhören. So hat die Heute-Redaktion eine schlechte Arbeit geleistet. Sie hat die in ihrem Medienschema Sperrige wie eine Verrückte behandelt und das Schild der Aussätzigkeit ihr angehängt. Die Profis nutzen bereits dieses Image zur Stimmungsmache auf dem Rücken des Entführungsopfers aus.

22.12.05

Feurige Debatte in Frankreich zu EUCD

Es geht heiss her in der französischen Nationalversammlung. Wirklich beeindruckend ist aber die Geschwindigkeit mit der Protokolle öffentlich gemacht werden.

26.11.05

Oh Oh XML

Das neue Office Format von Microsoft und das ODT Format von Oasis vergleicht dieser Groklaw-Artikel. Oh oh, XML. Beide Formate basieren auf der extensible markup language (XML). Aber es gibt wohl solches und solches XML. Da erinnere ich doch noch einmal eben an den Draft Primer der UNO zu Offenen Standards und die interessanten Kommentare.

25.11.05

Weiche Lojban!

Die Sprache Lojban hat doch tatsächlich Fans und Advokaten.

Kommentar von der UN veröffentlicht

Jetzt ist auch unser Kommentar zum Open Standards Draft Primer von der UNDP-APDIP veröffentlicht worden. Das war eine Art Privatprojekt von Gavin und mir.

Eine Wiki-Perle jetzt auch für Windows

Es gibt manche Sachen, die einfach begeistern. Dazu gehört aus meiner Sicht die "Moinmoin Desktop Edition" für Windows. Einfach ausführen und unter http://localhost:8080/ sein Wiki editieren. Eine echte Killerapp für Windows. Unter Linux geht es ja sowieso. Moinmoin braucht Python. Moinmoin-Desktop nicht. Möglich war dieser Einsatz zwar schon immer, aber jetzt wird es einfach für einen Windowsnutzer sein lokales Wiki auf einer Windowskiste zu pflegen.

5.11.05

Klappern gehört zum Handwerk

Gavin signiert jetzt seine Mails mit

Winner CNET Outstanding Contribution to Software Development 2005

So sehr auch ich mich gelassen über die Auszeichnung freue, glaube ich doch nicht, dass ich da mitmachen werde. Ich bin der Meinung, man sollte endlich mal wieder Orden einführen. Da hat man jedenfalls etwas konkretes, was man sich auf die Brust heften kann und in Krisenzeiten auf dem Flohmarkt verkaufen.

4.11.05

Tschüss "Internet Governance"

Intersessional negotiation work 24-28 October 2005 Language suggestions concerning
the coordination of the Implementation and Follow-Up process.
Friday 28 October 2005


According to the draft oral report of the rapporteur of Commission V (17 October 2005), the paragraph 22.6 related to Internet Governance was deleted.


So einfach geht das.

24.10.05

Pierer

Was Pierer im Ausland so erzählt...

18.10.05

Wie Ebay den Rupert Murdoch verkauft

Medienmogul Rupert Murdoch versteigert ein Essen mit ihm für einen guten Zweck bei Ebay. Erinnert mich an irgendwie an den geschäftstüchtigen Tom Sawyer.

Infotrucker

Es ist immer wieder schön zufällig auf bekannte Gesichter im Netz zu stossen. Diesmal meine ehemalige Mitbewohnerin Maria Buß als Infotruckerin in Sachen EU-Verfassung auf der Seite einer grünen Abgeordneten.

10.10.05

US-Haarpatent

A method of styling hair to cover partial baldness using only the hair on a person's head. The hair styling requires dividing a person's hair into three sections and carefully folding one section over another.

Kleinwächter erwacht

Wolfgang Kleinwächter ist nun erwacht: "Gipfel der Worthülsen". Ähnliche Nachrufe hört man auch in anderen Teilen der Zivilgesellschaft, vom Scheitern ist die Rede. Habe ich doch immer gesagt.

7.10.05

Cicero auf Juristenjagd

In dem konservativen Magazin Cicero merkt Nils aus dem Moore die Juristendominanz an und sucht tief in der Mottenkiste der politischen Theorie nach Erleuchtung:

Im Abschnitt über die „Auslese der Führerschaft“ erkennt Weber, dass nicht das ethische Profil über den Einzug ins Kabinett entscheidet, sondern die „Macht der demagogischen Rede“.


"Geht wählen und zwar die Juristen".

In einer vom Spiegel vorgestellten Liste der Kabinettsanwärter in einer großen Koalition erreicht die Union eine Juristenquote von 64 Prozent...

5.10.05

Logos OpenSource

Ich bin ein echter Freak in Sachen Übersetzungstechnologie. Logos wird bald Open Source.

Saudi

Die saudische Regierung setzt ganz Blogger.com auf ihre schwarze Liste, die zu blockieren ist. Und ich dachte Blogging sei harmlos.

4.10.05

Maueröffnung auf dem Mars

Keine Öffnung in der Mauer. Sondern DIE "Maueröffnung" auf dem Mars. Na ja, auch nicht ganz.

Kleinwächter über WSIG

Wolfgang Kleinwächter schreibt über einen Konflikt zwischen EU und US in Beziehung zu Internet-Governance. Was er freilich unterschlägt ist, dass seine eigenen Mannen die UNO zur Internet-Regulierung ins Boot holen wollten. Kein Wunder, dass die Amerikaner das ablehnen. Und das ist auch gut so. Das nun zum EU-US Konflikt hochzustilisieren, ist unangebracht. Es geht um nationalen Pragmatismus vs. internationale Diplomatie und überbordende Bürokratie.

Bastelei macht Aufnahmen kputt.

Benjamin aus Belgien teilte mir gestern mit, dass wichtige Aufnahmen gelöscht wurden, auf deren Upload ich seit Wochen warte. Erst war das Problem, dass er ein USB-Kabel für den Player verloren hatte, und jetzt wurden sie zufällig gelöscht. Der Grund: Benjamin wollte Linux auf eine XBox (Spielkonsole von Microsoft) aufspielen und irgendwas ging schief. Und natürlich keine Backups. Das muss und will ich nicht verstehen. Manchmal ist der Unglücksfall eine gute Lösung um sich von altem Datenmüll zu trennen - aber das ist wirklich ein Verlust. Schade.

2.10.05

Bericht von der WIPO

Teresa und andere haben einen Bericht geschrieben. Offensichtlich gewinnt die Development Agenda immer mehr Zuspruch. Seltsam ist das Eingreifen der EPO-Delegation.

Huch

In Hamburg gibt es eine "Restzeitampel".

Xena beisst Pluto

Xena, der neue Vielleicht-Planet, ein Kuiper Belt Objekt, hat einen eigenen Mond. Xena, der vielleicht Planet, also demnächst 10 Planeten? Warum nicht 8? sagen andere und entplanetarisieren den armen Pluto. Der Grund: Es gibt neben den Planeten eine ganze Menge Objekte, vielleicht 100 000 oder mehr am Rande unseres Sonnensystems.

Wollen wir wirklich in einem Sonnensystem mit fünfzig oder hundert Planeten leben? Deren Namen auch kein astronomisch Interessierter mehr alle parat hat?


Warum eigentlich nicht?